Nach rund drei Jahren erfolgreichen Bestehens der Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen und nach der Bewertung des Erreichten in den vergangenen Jahren hat der Gesamtvorstand im Januar 2011 diesen vierten Aktionsplan der Produzentenallianz beschlossen. Er setzt sich zusammen aus Themen, die in den vergangenen Jahren begonnen wurden und aus neuen Initiativen. Insgesamt umfasst der Aktionsplan 20 vorrangige inhaltliche Ziele der Verbandsarbeit, die es im Jahr 2011 zu verwirklichen gilt.
Produzentenallianz kann wiederum auf ein erfolgreiches Jahr der Verbandsarbeit zurückblicken. Das Jahr 2010 begann mit einem eindrucksvollen Mitgliederwachstum von 31 Neumitgliedern im Januar 2010, so dass sich der Verband zum 31. Januar 2010 über knapp 150 Mitglieder freuen konnte. Im weiteren Verlauf des Jahres hat sich dieser positive Trend fortgesetzt, so dass die Produzentenallianz Anfang 2011 nunmehr rund 200 Mitglieder umfasst.
Um die Arbeit des Verbandes noch effektiver zu gestalten und um das Wachstum der beiden letzten Jahre entsprechend zu begleiten, hatte die Mitgliederversammlung am 11. Februar 2010 auf Basis von Vorschlägen des Gesamtvorstands eine maßvolle Strukturreform verabschiedet und entsprechende Satzungsänderungen beschlossen. Ebenso wurden erstmals seit Gründung neue Sektionsvorstände und ein neuer Gesamtvorstand, der nunmehr 17 Mitglieder umfasst, sowie die entsprechenden Vorsitzenden neu gewählt.
Ein weiterer Höhepunkt im Jahr 2010 war der Beitritt des Verbands deutscher Post- und Werbefilmproduktionen (VDW) und die Gründung der Sektion Werbung zum 1. April. Die Mitglieder aus dem Bereich der Werbefilm- und Postproduktion sind inzwischen voll in den Verband integriert, zwei Vertreter der neu gegründeten Sektion wirken im Gesamtvorstand der Produzentenallianz mit. Zum 1. Juni 2010 wurde schließlich die Produzentenallianz Services GmbH als Servicetochter des Verbandes gegründet, die den Ausbau der Produzentenallianz zu einem modernen Dienstleistungsverband mit Nachdruck vorantreibt.
Zum 1. Juli 2010 haben die Hamburg Media School (HMS) und die Produzentenallianz eine Kooperation für einen Think Tank für Medienökonomie und Medienrecht vereinbart. Das „Forschungs- und Kompetenzzentrum Audiovisuelle Produktion“ bündelt unter Leitung des Wissenschaftlichen Direktors der Produzentenallianz alle Aktivitäten rund um wissenschaftliche Forschung, Branchenstatistik und Weiterbildung (in Zusammenarbeit mit der Produzentenallianz Services) – Schlüsselkompetenzen für effiziente Interessenvertretung und Mitgliederservice eines modernen Verbandes.
Nach der Vereinbarung des Eckpunkte-Papiers für Produktionen im Auftrag der ARD-Landesrundfunkanstalten zum Jahreswechsel 2009/2010 gelang pünktlich zum Produzentenfest im September 2010 auch der Abschluss der Eckpunkte der vertraglichen Zusammenarbeit bei ZDF-Auftragsproduktionen, welche deutliche Verbesserungen für die Produzenten enthalten und die qualitativ ebenbürtig sind mit der ARD-Vereinbarung aus dem Vorjahr. Das zweite Produzentenfest im September 2010 mit dem Bundestagspräsidenten, dem zweiten Mann im Staate, als besonderem Ehrengast war wiederum ein voller Erfolg und stieß auf sehr positive Resonanz bei Mitgliedern, Gästen und in der Öffentlichkeit.
Schließlich hat die Produzentenallianz im gesamten Jahr 2010 in ihrem Kernbereich der politischen Interessenvertretung etliche Initiativen verfolgt und konnte im Jahresverlauf mit mehreren eigenen Veranstaltungen sowie einigen Veranstaltungskooperationen wichtige thematische Akzente setzen. So konnte – um nur ein Beispiel zu nennen – kurz vor Weihnachten die Verabschiedung des Filmfinanzierungsprogramms der KfW-Bankengruppe verkündet werden, an dessen Zustandekommen und inhaltlicher Ausgestaltung die Produzentenallianz maßgeblich beteiligt war.
Vieles wurde im vergangenen Jahr erreicht, manches konnte noch nicht in vollem Umfang abgeschlossen werden und etliche neue Themen haben sich in der Zwischenzeit ergeben. Kurzum: Die Agenda ist auch für 2011 gut gefüllt – die 20 Kernpunkte lauten wie folgt:
1. Terms of Trade mit Sendern und Vertriebspartnern
Auch im Jahr 2011 steht die Weiterentwicklung der Terms of Trade gegenüber Sendern und Vertriebspartnern wiederum im Fokus der Verbandsarbeit.
Nach dem erfolgreichen Abschluss der Eckpunkte für ausgewogene Vertragsbedingungen bei Auftragsproduktionen bei der ARD Ende 2009 und mit dem ZDF im September 2010 stehen im Jahr 2011 die Konkretisierung offener Fragen in den beiden Eckpunkte-Papieren und die Evaluierung der neuen Vertragsbedingungen auf dem Programm. Die Produzentenallianz wird dabei auf einer konsequenten Umsetzung der in den Eckpunkten festgelegten Regelungen zum Sender-Produzenten-Verhältnis bestehen und diese in den Gesprächen mit ARD und ZDF einfordern. Die Prüfung der Errichtung einer gemeinsamen Vertriebs- und Verwertungsgesellschaft mit der ARD und Überlegungen zu einer gemeinsamen VOD-Plattform mit ZDF, ARD und weiteren Partnern stehen außerdem im Vordergrund.
Außerdem steht das Thema Kino-Koproduktionen mit ARD und ZDF auf der Tagesordnung. Nachdem dieser Bereich in den Eckpunkte-Papieren bewusst ausgeklammert worden war, ist es das Ziel für das Jahr 2011 und darüber hinaus, nunmehr auch in diesem Bereich konkrete Verbesserungen für die Produzenten zu erreichen. Ein Termin für das Auftaktgespräch ist für Ende Februar vereinbart. Parallel wird die Fortführung der Gespräche mit den Verleihern zu den zwischen unabhängigen Produzenten und Verleihern praktizierten Geschäftsmodellen weiter verfolgt. Als übergeordnetes Thema wird die Produzentenallianz ihre 2010 begonnene Initiative zur Sicherung prominenter Ausstrahlungstermine für deutsche Kinofilme im deutschen Fernsehen ergebnisorientiert fortführen.
Vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen und zur besseren Durchsetzung der Interessen der deutschen Produzenten wird die Produzentenallianz auf eine höhere Transparenz der produktionswirtschaftlich relevanten Daten hinwirken – insbesondere bei den Vergabezahlen für Auftragsproduktionen.
Mit den privaten Sendergruppen ProSiebenSat.1 und RTL sind für 2011 konkrete Gespräche geplant – den Auftakt hierzu bildet der erste „Deutsche Produzententag – Film & Fernsehen“ im Februar 2011, der neben anderen Themen das Verhältnis der privaten Sendergruppen und der Produzenten im Fokus hat.
Ein besonderes Augenmerk wird in diesem Jahr außerdem auf die Bereiche Animation und Dokumentationen inklusive sonstiger non-fiktionaler Programme gelegt.
2. Terms of Trade mit den werbetreibenden Unternehmen und Werbeagenturen
Ausgehend von den Erfahrungen der Gespräche zu neuen Terms of Trade mit Sendern und Vertriebspartnern steht im Jahr 2011 und darüber hinaus eine Neuordnung der Terms of Trade mit den werbetreibenden Unternehmen und Werbeagenturen im Fokus der Bemühungen.
Neben der Harmonisierung und Standardisierung von technischen und organisatorischen Abläufen stehen dabei – unter Einbindung von GWA und OVM – insbesondere die Verbesserung und Vereinheitlichung der Produktionsverträge sowie die Verbesserung der Zahlungsziele aus Sicht der Produzenten im Vordergrund.
3. Politik und Interessenvertretung allgemein
Das weiterhin nachhaltige Mitgliederwachstum im Jahr 2010 hat die Position der Produzentenallianz als einziger maßgeblicher und umfassender Produzentenverband in Deutschland bestätigt. Es wird weiter mit Nachdruck darauf hingearbeitet, dass der bundesweit einheitlichen Branchenvertretung durch die Produzentenallianz seitens Politik und Verwaltung entsprechend Rechnung getragen wird.
Im Sinne einer ordnungspolitisch transparenten und liberalen Wirtschaftsordnung wird die Produzentenallianz entschieden gegen weiteren Werbeverbote bzw. Werbeeinschränkungen eintreten.
Sitze in den Gremien der öffentl.-rechtl. Rundfunkanstalten
Unter Federführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und unter Mitwirkung der Produzentenallianz wurde ein Gesprächskreis der Arbeitgebervertreter in den Rundfunkräten etabliert, der fortan regelmäßig tagen soll. Diese indirekte Mitwirkung ist ein erster wichtiger Schritt zur direkten Vertretung der deutschen Produzentenschaft in den Gremien der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten entsprechend ihrer gesellschaftlichen Funktion und Verantwortung.
4. Filmförderung im Bund und in den Ländern
Filmförderungsanstalt (FFA)
Nach der Umsetzung der sog. „kleinen Novelle“ des Filmförderungsgesetzes (FFG) durch das Bundeskabinett und vor dem Hintergrund der anstehenden Gerichtsentscheidungen zum FFG hat die Produzentenallianz Vorschläge für eine grundlegende Reform der Filmförderungsanstalt FFA entwickelt, die den langfristigen und nachhaltigen Fortbestand dieser zentralen deutschen Filmförderungsinstanz sicherstellen und die Förderung durch die FFA auf die vorrangige Aufgabe der Produktionsförderung fokussieren soll. Diese Vorschläge sollen im Jahr 2011 abhängig von den aktuellen Entwicklungen angepasst und weiterentwickelt werden.
Außerdem wird die Produzentenallianz darauf hinwirken, dass die Vertretung der einzelnen Branchenteilnehmer in den Gremien der FFA und entsprechende Sitzzahlen besser auf die jeweilige Relevanz innerhalb der Branche abgestimmt werden.
Deutscher Filmförderfonds (DFFF)
Der DFFF ist ein Erfolgsmodell und Exportschlager, der inzwischen vielfach kopiert wird. Die Produzentenallianz wird sich mit Nachdruck dafür einsetzen, dass der DFFF auch über 2012 hinaus mindestens in der bisherigen Höhe weitergeführt und inhaltlich/strukturell konstant weiterentwickelt wird, um weiterhin – auch im internationalen Wettbewerb – als attraktives Finanzierungsinstrument erhalten zu bleiben.
Länderförderungen
Die föderale Struktur der Filmförderung ist trotz mancher Einschränkungen nach wie vor ein Erfolgsmodell, die Erhöhungen der Förderbudgets bei mehreren Länderförderern im vergangenen Jahr bestätigen dies. Die Produzentenallianz wird darauf hinwirken, dass die finanzielle Ausstattung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gesichert bleibt und die Förderregelungen in den einzelnen Ländern weiter harmonisiert werden. Die Förderung der Entwicklung von Unterhaltungsformaten (TV-Entertainment) wird ein weiterer Schwerpunkt im Jahr 2011.
5. Digitalisierung
Die flächendeckende Digitalisierung der Kinos sowie des Herstellungsprozesses audiovisueller Produktionen aller Art sind und bleiben wichtige Herausforderungen für die kommenden Jahre. Die Produzentenallianz wird diesen Prozess aktiv begleiten, auf geeignete branchenübergreifende Standards hinwirken und dabei die besonderen Interessen der Produzenten als wirtschaftliches und kreatives Zentrum der Filmproduktion betonen. Insbesondere die zügige Umsetzung der Digitalisierung der Filmtheater und eine rasche Verständigung mit den Filmverleihern auf die Bedingungen der „Virtual Print Fees“ stehen dabei im Vordergrund. Ausgehend von den Veränderungen im Gesamtherstellungsprozess durch die Digitalisierung wird die Produzentenallianz eine grundsätzliche Diskussion über die Angemessenheit der Bedingungen von Verwertungsverträgen von Kinoproduktionen initiieren.
6. Urheberrecht
Urheberrechtsgesetz – 3. Korb
Im Rahmen der nächsten Novelle des Urheberrechtsgesetzes (UrhG – sog. „3. Korb“), zu der die Produzentenallianz bereits im Juni 2009 gegenüber dem Bundesjustizministerium ausführlich Stellung genommen hat, wird besonderes Augenmerk auf die angemessene Berücksichtigung der kreativen Leistung und des wirtschaftlichen Risikos des Produzenten gelegt. Die Produzentenallianz wird den für April/Mai erwarteten Gesetzentwurf detailliert auswerten und den weiteren Gesetzgebungsprozess aufmerksam begleiten und kommentieren. Die Schaffung eines eigenen Produzentenurheberrechts und geeignete Regelungen zum Formatschutz sollen dabei konsequent verfolgt werden.
Zum Formatschutz sollen Anfang 2011 Vorschläge entwickelt werden, wie ein derartiger gesetzlicher Schutz (nach UrhG oder UWG) aussehen könnte. Auf internationaler und europäischer Ebene soll der Formatschutz zusammen mit der FRAPA gefördert werden.
Zukunft des Urheberrechts
In engem Zusammenhang mit der Internetpiraterie zu sehen sind die Bestrebungen aus unterschiedlichen Richtungen, das Urheberrecht, insbesondere das Prinzip der Ausschließlichkeit der Verwertungsrechte (Verfügungsgewalt des Urhebers bzw. Rechteinhabers) auszuhöhlen und – statt wie bisher den Urheber – künftig den Nutzer ins Zentrum des Urheberrechts zu stellen. Die Produzentenallianz wird diese Entwicklungen aufmerksam verfolgen und im Jahr 2011 ein umfassendes Positionspapier zur Zukunft des Urheberrechts erarbeiten.
7. Tarifverhandlungen
Der gültige Tarifvertrag für Film- und Fernsehschaffende (TVFFS) läuft Ende 2011 aus. Die Produzentenallianz wird gemäß der geltenden Vertragsfristen die Verhandlungen mit ver.di zu einem neuen Tarifvertrag aufnehmen und im Interesse aller Beteiligten auf eine maßvolle Entwicklung der Mantel- und Gagentarifverträge hinwirken.
Ergänzungstarifverträge
Aufbauend auf die Ermächtigung des Gesamtvorstands durch die Mitgliederversammlung 2010 zu Verhandlungen über gemeinsame Vergütungsregeln hat die Produzentenallianz Gespräche mit ver.di und dem Schauspielerverband BFFS zu Ergänzungstarifverträgen aufgenommen. Ziel ist es, im Jahr 2011 zu einem Abschluss zu gelangen, der eine faire Verteilung der Erlöse zwischen Produzenten und anderen Kreativen sowie – in beiderseitigem Interesse – die Wahrung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Produktionsunternehmen sicherstellt.
8. Produktplatzierung: Umsetzung der Rahmenbedingungen in Werberichtlinie und Rundfunkstaatsvertrag
Die Vorgaben des 13. Rundfunkänderungsstaatsvertrages zur Produktplatzierung müssen in einem Verhaltenskodex sowie durch Selbstverpflichtungen oder Abreden mit den privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern produzentenfreundlich umgesetzt werden. Kernziele aus Produzentensicht sind dabei, die redaktionelle Freiheit der kreativen Seite zu bewahren, angemessen für das Handling der Produktplatzierung entschädigt zu werden und ein Nutzungsentgelt für die „Sondernutzung“ der kreativen Inhalte zu erhalten.
9. Bekämpfung der Internetpiraterie
Urheberrechtsverletzungen im Internet bedeuten nach wie vor einen großen Schaden für die Produktionswirtschaft und gefährden langfristig die wirtschaftliche Basis der Branche. Die Produzentenallianz tritt ein für eine konsequente Durchsetzung bestehender gesetzlicher Bestimmungen und die Schaffung geeigneter neuer Regelungen, die den Diebstahl geistigen Eigentums im großen Stil wirksam einschränken. Regierung und Gesetzgeber sollen dabei an Ihre Verantwortung zur Sicherung einer stabilen wirtschaftlichen Grundlage für die Kreativwirtschaft erinnert werden. Wegen der branchenübergreifendenden Problematik wird das Thema auch in den verschiedenen Gremien der Urheber und Rechteinhaber erörtert werden.
10. Jugendmedienschutzstaatsvertrag (JMStV)
Nach dem Scheitern des Jugendmedienschutzstaatsvertrages Ende 2010 wird sich die Produzentenallianz mit Nachdruck dafür einsetzen, die für die Produzenten wichtigen Regelungen des Jugendmedienschutzstaatsvertrages im Bereich der linearen und non linearen Ausstrahlung doch noch zur Geltung zu bringen. Ziel ist es, im Jugendmedienschutzstaatsvertrag klare und vergleichbare Regelungen für Online-Medien und Fernsehprogrammanbieter festzulegen.
11. Modernisierung des Kinder- und Jugendarbeitsschutzrechts
Im Bereich des Kinder- und Jugendarbeitsschutzrechts tritt die Produzentenallianz weiterhin dafür ein, in Zusammenarbeit mit den befassten Gesetzgebern und Behörden auf Bundes- und Länderebene die teils überkommenen Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes (JArbSchG) der gesellschaftlichen Realität anzupassen und im Sinne einer verantwortungsvollen Partnerschaft eine Verbesserung und Vereinfachung der Bedingungen für Produktionen mit Kindern und Jugendlichen für beide Seiten zu realisieren. Parallel soll auf die Verbesserung des Vollzugs des Gesetzes in einzelnen Ländern hingewirkt werden.
12. Service-Gesellschaft
Der Gesamtvorstand hat Anfang 2010 die Gründung einer Service-Gesellschaft beschlossen, zum 1. Juni wurde diese gegründet. Die Produzentenallianz Services GmbH hat im Jahr 2010 bereits erfolgreich das Produzentenfest und weitere Veranstaltungen organisiert und unterstützt. Weiterhin wurden der Freundeskreis aufgebaut und erste Verhandlungen von Rahmenverträgen und Aktionen abgeschlossen. Zur Zielorientierung der Serviceangebote wurde eine umfangreiche Bedarfsanalyse unter den Mitgliedern der Produzentenallianz durchgeführt.
Im Jahr 2011 wird der Ausbau des Freundeskreises sowie die Entwicklung und Implementierung der entsprechenden Serviceangebote im Vordergrund stehen und als konkreter Mehrwert für die Mitglieder kontinuierlich ausgebaut. Die Servicethemen werden sich dabei an der Auswertung der Bedarfsanalyse orientieren. Der Deutsche Produzententag 2011 und das Produzentenfest 2011 werden u.a. von der Produzentenallianz Services GmbH organisatorisch betreut.
13. Europapolitische und internationale Initiativen
Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass europäische Regelungen und Gesetzgebungsverfahren gerade für die Medienwirtschaft immer größere Bedeutung entfalten, hat im November 2009 die europapolitische Repräsentanz in Brüssel ihre Arbeit aufgenommen. Für das Jahr 2011 hat sich die Produzentenallianz eine Steigerung der Effektivität der Vertretung in Brüssel und die Verbesserung des Informationsflusses zwischen Brüssel und der Zentrale vorgenommen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, noch schneller und präziser auf aktuelle Gesetzgebungsprozesse auf europäischer Ebene reagieren zu können und eigene Initiativen zu initiieren.
Auch international wird sich die Produzentenallianz weiter als maßgeblicher deutscher Film- und Fernsehproduzentenverband etablieren.
Stärkung der deutschen Produzenten im internationalen Wettbewerb
Die Produzentenallianz setzt sich im Jahr 2011 weiterhin mit Nachdruck für eine faire Wettbewerbssituation von deutschen und ausländischen Produzenten ein. Dabei soll insbesondere der zunehmenden Verschiebung von Produktionsvolumina ins Ausland entgegengetreten werden, die zu einem Abfluss der TV-Budgets aus dem Inland führt. Die Produzentenallianz strebt an, gemeinsam mit den Sendern Lösungsansätze zu erarbeiten, die diese wettbewerbsverzerrende Mechanik beheben.
14. Forschung und Weiterbildung
Forschungs- und Kompetenzzentrum audiovisuelle Produktion
Zum 1. Juli 2010 wurde das „Forschungs- und Kompetenzzentrum audiovisuelle Produktion“ (FoKo) an der Hamburg Media School (HMS) gegründet. Nach den ersten Beiratssitzungen im Oktober 2010 und Januar 2011 und der Fertigstellung der Vorstudie zur Produzentenstudie „Film- und Fernsehproduktion in Deutschland 2011/2012“ im November 2010 soll die Konzeption und Finanzierung der Hauptstudie bis März 2011 abgeschlossen werden und die Hauptstudie bis Juni 2012 erstellt werden.
Der Hauptstudie soll eine Detailstudie zur Entwicklung der Kinder- und Animationsprogramme in Kino und TV vorangehen, die bis April 2011 fertig gestellt werden soll.
Ein weiterer Schwerpunkt der Kooperation mit der HMS bleibt die Entwicklung von Volontariats- und Ausbildungsprogrammen sowie das Angebot von Weiterbildungsprogrammen (ggf. in Kooperation mit der Produzentenallianz Services). Hierbei sollen auch grundlegende Konzepte zur Nachwuchsförderung erarbeitet werden.
Volontariatsprogramm
Für den Bereich Entertainment sollen Ausbildungsstandards für Volontäre über ein gemeinsames Volontariatsprogramm vereinheitlicht werden. Das Volontariatsprogramm soll nach Schließung der Finanzierung im Jahr 2011 begonnen werden.
Produzentenleitbild
Die Allianz Deutscher Produzenten Film & Fernsehen hat Ende 2010 die Entwicklung eines Leitbilds für den Produzenten als Motor des kreativen und wirtschaftlichen Prozesses bei der Erstellung audiovisueller Werke formuliert. Mit dem Leitbild soll die Branche in ihrer Identifikation, Ausstrahlung und ihrem Selbstbewusstsein gestärkt, veranschaulicht und greifbar gemacht werden. Ein erstes Positionspapier soll Anfang 2011 veröffentlicht werden – weitere Publikationen zum Themenkomplex sind in Planung.
15. KfW-Filmfinanzierungsprogramm
Im Dezember 2010 konnte das Programm zur Zwischenfinanzierung, Entwicklungsfinanzierung, Anschubfinanzierung und GAP-Finanzierung durch die KfW Bankengruppe und Kulturstaatsminister Bernd Neumann zur Stärkung des Filmproduktionsstandortes Deutschland verabschiedet werden.
Die Produzentenallianz wird in engen Konsultationen mit der KfW-Bankengruppe und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien die Umsetzung und Weiterentwicklung dieses wichtigen Filmfinanzierungsprogramms für die deutsche Produktions- und Kreativwirtschaft verfolgen und begleiten.
16. Produktion und Verwertung stereoskopischer Produktionen
Die Produzentenallianz setzt sich für eine verstärkte Produktion und Verwertung in Deutschland hergestellter stereoskopischer Produktionen (3D) aller Genres und Verbreitungsformen (Kino, TV, Entertainment, Animation) ein. In diesem Zusammenhang wird besonderes Augenmerk auf die faire Verteilung der erzielten Mehreinnahmen und Vertriebserlöse gelegt, die für die Refinanzierung dieser besonders kostenintensiven Produktionen unabdinglich sind. Gesonderte Förderinstrumente für stereoskopische Produktionen, z.B. im Rahmen einer speziellen Hochtechnologieförderung, sollen geprüft werden.
17. Evaluation und Verbesserung der steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Rahmenbedingungen
Als ein sektionsübergreifendes Schwerpunktthema für das Jahr 2011 und darüber hinaus sowie als Service für Ihre Mitglieder hat sich die Produzentenallianz eine umfassende Bestandsaufnahme zu den für audiovisuelle Produktionen relevanten steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Rahmenbedingungen vorgenommen. Ausgehend von dieser Evaluation sollen konkrete Vorschläge zur Verbesserung der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen erarbeitet und im Sinne einer umfassenden Interessenvertretung sukzessive politisch durchgesetzt werden.
Hierbei sollen u.a. Abrechnungserleichterungen, eine Flexibilisierung bei der Anerkennung selbständiger Tätigkeiten und eine vereinfachte Beschäftigung von ausländischen Künstlern erreicht werden.
18. Weitere Verstärkung der Öffentlichkeitswirkung, Veranstaltungen und Publikationen
In den vergangenen Jahren hat die Produzentenallianz ihre Presse- und Öffentlichkeitsarbeit erfolgreich professionalisiert und ausgebaut. Zahlreiche qualifizierte Nennungen in der Fach- und Publikumspresse sowie in regionalen und überregionalen Tageszeitungen belegen das gestiegene öffentliche Interesse an den Themen der Produzentenallianz und an den Belangen der deutschen Film- und TV-Produktionswirtschaft. Diese Entwicklung wird 2011 weiter fortgesetzt und themenabhängig verfeinert. Die Rolle der Produzentenallianz als erster Presse-Ansprechpartner für wirtschaftliche und medienpolitische Fragen zur deutschen Produktionsbranche wird ausgebaut.
Das im Jahr 2009 etablierte Konzept, die Produzentenallianz und ihre Arbeit durch eine Mischung aus eigenständigen Veranstaltungen und Kooperationen im Jahreskalender der medienwirtschaftlichen und -politischen Öffentlichkeit zu platzieren, hat sich bewährt und soll fortgeführt werden. Das bereits zum zweiten Mal mit großem Erfolg gefeierte Produzentenfest und der Anfang 2011 erstmals veranstaltete Produzententag sollen weiter konsequent zu den Leitveranstaltungen der Film- und Fernsehproduktionswirtschaft in Deutschland ausgebaut werden,
Die Publikationen der Produzentenallianz (Newsletter, Update) stoßen nach wie vor auf positive Resonanz in der Öffentlichkeit und bei den Mitgliedern und sollen weiter verbessert werden.
Als Novum in 2011 sollen eigene themenbezogene Veröffentlichungen etabliert werden.
19. Animation Production Day – APD
Konferenz zur deutschen Fernseh- und Produktionswirtschaft Kinder, Jugend und Animation
Die Produzentenallianz unterstützt die erste „Konferenz zur deutschen Fernseh- und Produktionswirtschaft Kinder, Jugend & Animation“. Die Konferenz im Rahmen des Animation Production Day 2011 wird in enger Abstimmung mit dem KI.KA, der ARD, dem ZDF sowie dem Internationalen Trickfilm-Festival Stuttgart (ITFS) und der FMX am 2.Mai 2011 in Stuttgart stattfinden.
Erstmals treffen sich die Vertreter der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten mit den deutschen Produzenten für Kinder-, Jugend-und Animationsprogramme, um sich zu den aktuellen Herausforderungen des Programmbedarfs auszutauschen.
20. Stärkung des Kinderprogramms und der Animation
Die Produzentenallianz setzt sich für eine Stärkung der Produktion von Kinder- und Animationsprogrammen in Deutschland ein. Dabei soll auf die Erschließung zusätzlicher Mittel für die Herstellung neuer Kinder-/Animationsprogramme hingewirkt werden. Einer kulturpolitisch fragwürdigen sinkenden Versorgung der jüngsten Bevölkerungsgruppe mit Programmen aus dem eigenen Kulturraum soll ebenso entgegen gewirkt werden wie dem Trend, dass den deutschen Produzenten von Kinder- und Animationsprogrammen durch ein stetig sinkendes Produktionsvolumen im Inland ihre Wirtschaftskraft entzogen wird.
Der Aktionsplan 2011 als PDF-Dokument zum Download
(Stand: 24. Januar 2011)