Produzentenallianz-Gesamtmitgliederversammlung 2010: Die Rede von Dr. Thomas Bellut

Bei der Gesamtmitgliederversammlung 2010 der Produzentenallianz hat Dr. Thomas Bellut, Programmdirektor des Zweiten Deutschen Fensehens, als Gastredner unter dem Motto „Nur ,Geschäft‘ oder kreative Zusammenarbeit?“ Überlegungen zum Sender-Produzenten-Verhältnis angestellt. Auszüge aus seiner Rede finden Sie im Produzentenallianz-Newsletter Nr. 4 von Mai 2010, die vollständige Rede hier:

„Am Ende zählen die Inhalte“

Vielen Dank für die Einführung. Sie haben versucht, mich nochmal zu beeindrucken. Aber ich bin erst mal froh, dass ich hier pünktlich angekommen bin. Ich musste gestern Abend noch einen Blauhelm-Einsatz machen bei „Mainz bleibt Mainz“, bei der Generalprobe. So bunt ist das Geschäft eines Programmdirektors. Ich bin kein Karnevalist, ich stamme aus Norddeutschland, insofern können Sie die Pflichterfüllung vielleicht wertschätzen. (Applaus)

Da ich ohnehin ein Drittel meiner Zeit mit Produzentengesprächen verbringe oder aber mit meinen Redakteuren über Produzenten spreche, sind die meisten von Ihnen mir natürlich sehr gut bekannt. Trotzdem darf ich sagen, wenn man die geballte Macht der Allianz hier sieht, ist es schon beeindruckend, was hier zusammengekommen ist heute. Durch jahrelanges Moderieren bin ich in den Nerven geschult, so dass ich doch nicht nervös werde, aber ich muss sagen, wir sind nach einem Jahr Feldversuch sehr zufrieden damit, dass wir einen einzigen Ansprechpartner haben auf der Produzentenseite. Das möchte ich hier ganz eindeutig für das ZDF sagen. Dass es dadurch für uns kostengünstiger wird, erwarte ich nicht. Wir hatten in der letzten Woche eine vierstündige Seance in Mainz, die durchaus anspruchsvoll, anstrengend, aber ich muss sagen: im Ton sehr angenehm war. Und ich bin mir sicher, dass wir in den nächsten Wochen zu einer Einigung kommen werden, dass wir auch einen schönen Vertrag oder ein Papier verabschieden können. Und dass es auch für Sie Grund geben wird, fürchte ich, liebe Produzenten, zufrieden zu sein.

Herr Palmer, Sie habe ich jetzt das zweite Mal in Verhandlungen erlebt. Und ich muss sagen, es ist immer sehr konstruktiv, in der Sache hart, aber mehr Positives will ich hier nicht sagen. Ich will Sie nicht beschädigen vor ihren Mitgliedern. Denn die erwarten von Ihnen ja auch die Härte, die Sie ja auch ohne Zweifel immer wieder aufblitzen lassen.

Liebe Produzenten, wir brauchen Sie für unser Programm. Das ist unstrittig. Um das mit Zahlen zu untermauern: Im letzten Jahr haben wir exakt 553 Mio. EUR in den freien Produzentenmarkt vergeben, also das ZDF. Wenn Sie jetzt die Umsatzsteuer dazu nehmen, wären das schon 600 Mio. – auch das eine beeindruckende Zahl. Vor zehn Jahren waren es übrigens 358 Mio. EUR. Man sieht, die Kurve ist hochgegangen, aber ohne hier klagen zu wollen, lieber Herr Doetz, über Gebühreneinnahmen. Allein der Rückgang der Bevölkerung in den nächsten Jahren, wird zeigen, dass wir hier „On the Top“ sind und, dass es eher dann wieder runtergeht. Aber an so einem schönen Tag in Berlin möchte ich hier nicht schwarz malen. Auch damit werden wir irgendwie fertig werden müssen.

Pro Jahr beschäftigen wir 550 Produktionsfirmen, und davon sind immerhin 470 Einzelfirmen. Die also nicht an Konzerne oder an große Gruppen gebunden sind. Die Firmen brachten bei gleichem Budget im letzten Jahr mehr Sendeminuten für das Programm, genau 19%. Das heißt, wir haben uns gemeinsam auch für kostengünstiges Produzieren von Programm erwärmen können. Das hat bei uns aber vor allem auch damit zu tun, dass auch die Anteile vom Talk, Kochsendungen oder auch Dokusoaps zugenommen haben. Von diesem Trend profitieren die Einzelfirmen deutlich stärker als die Firmen oben. Da hatten Sie sich anscheinend schnell auf diese Veränderung im Markt eingestellt. Und zu meiner großen Überraschung – man lernt ja auch etwas, wenn man sich auf so eine Veranstaltung wie heute vorbereitet – haben die Einzelfirmen wieder mehr Sendeminuten. Wir hatten in den letzten Jahren einen Konzentrationsprozess auf die großen Gruppen. Erstmalig seit einem Jahr sehen wir, dass es deutlich höher geht bei den Einzelfirmen. Bei uns ist es so, ganz praktisch gesagt, die „heute Show“, die wir auch im Programm haben, auch von einer Einzelfirma mit Herrn Hirschberg geleitet, oder die Fernsehmacher, die für uns „Lanz“ produzieren und viele Kochsendungen – nur um diese Beispiele zu nennen. 

Der Anstieg dieser kostengünstigen Programme im ZDF steht natürlich in keiner Relation zu dem, was zum Beispiel RTL vorangetrieben hat. Diesen Weg können wir nur einen Teil mitgehen. Das ist klar. Wenn Sie die Nachmittagsprogramme sehen, da werden wir in dieser Form nicht so einsteigen können, wie es zum Beispiel unsere kommerziellen Mitbewerber können. Auch ist das öffentlich-rechtliche Programm nicht so offen für Castingformate. Vor allem wenn man auf das Kandidaten-Bashing verzichten muss. Das haben wir ja auch mit Firmen mehrfach versucht, oder aber unser Publikum ist für breite Flächen Doku-Entertainment oder Doku-Soaps nicht bereit. Also: Ein kompletter Systemwechsel ist beim ZDF nicht zu erwarten. Wir fahren nach wie vor ganz gut mit der Fiktion und unseren Serien, z.B. im Vorabendprogramm. In dem Werbeumfeld und am Abend haben auch die 90-Minüter im letzten Jahr – und das war ein schwieriges Jahr für uns, ein Nicht-Sport-Jahr – sehr gut funktioniert. Also wir haben da keineswegs eine Krise. Über die Kosten der Fiktion, die ja insgesamt relativ aufwendig sind, verglichen mit anderen Programmen, werden wir noch reden.

Zusammen mit den Produzenten – und dass möchte ich betonen – haben wir neue Modelle gesucht, um in diesem Bereich Fiktion zu einer annehmbaren Kostenentwicklung zu kommen. Und diese gelebte Partnerschaft hat sich in dem Bereich ausgezahlt.

Ein offenes Wort noch zu der Frage, wer denn eigentlich kreativ ist. Ich habe davon gelesen, dass viele auf der Produzentenseite glauben, das seien nur die Produzenten. Es sind viel die Produzenten, aber ich darf trotzdem hier vor Ihnen eine Lanze brechen für meine Redakteurinnen und Redakteure, die sehr oft mit sehr großem Einsatz sich auch für die Produkte der Produzenten einsetzten. Ich glaube, die Frage, wer soll Regie führen, wer hat das beste Buch, was wäre besser für den vorgesehenen Sendeplatz und Schnitt, Musik, da sind unsere Mitarbeiter, meine Mitarbeiter, immer dabei. Sozusagen ein Team mit den Produzenten. Ich glaube, auf dieses Modell könnten wir uns einigen.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk fühlt sich allein durch die Gebührenfinanzierung den heimischen Produzenten natürlich besonders verbunden. Die Terms of Trade hier bei uns müssen wir auch international vergleichen. Ich möchte Ihnen ein praktisches Beispiel sagen. Ich stand kürzlich vor der Entscheidung, ob wir am Vormittag deutsche Serien wiederholen, in diesem Slot aus unserem Werberahmenprogrammzeiten, oder aber ob wir eine amerikanische Kaufserie dahin setzen. Es stellte sich dann heraus, nach einer ausführlichen Analyse, dass die Wiederholung einer deutschen Serie doppelt so viel gekostet hätte, wie das Erstausstrahlen der amerikanischen Kaufserie nach Synchronisation. Und das ist natürlich eine Zahl, die mich sehr überrascht hat und die uns allen zu denken geben sollte. Denn letztendlich geht es darum, dass wir die Ware oder den Programmwert so oft einsetzen können, den wir in Deutschland herstellen, dass es sich auch lohnt für beide Seiten.

Die Produzenten profitieren übrigens nicht in dem Maße, wie man glauben möchte, von der Wiederholung von Serien. Das sind sehr viele andere, die dort profitieren. Und ich glaube, dass wir in den künftigen Verhandlungen über dieses Thema ganz genau reden müssen. Wir müssen gemeinsam einfache, klare Verwertungsmodelle finden, nach meiner Überzeugung. Zu mindestens Teil-Buy-Out Modelle, so dass bei Ihnen und bei uns, dem Sender, überhaupt nennenswerte Beträge ausgeschüttet werden können. Wir haben kürzlich intern geprüft, was wir an Sie, die Produzenten, von 1999 bis 2008 ausgeschüttet haben. Das waren 16 Mio. EUR. Ich hätte die Summe auch vom Gefühl her höher angesetzt. Aber immerhin haben wir das ausgeschüttet. Da sind wir klar im Vorteil gegenüber anderen Sendern, die sich diesen Modellen jetzt annähern. Erschreckend war für uns ein Bericht unserer Revision, die sich die Jahre 2003 bis 2007 angeguckt hat: Was bleibt eigentlich nach Abzug aller Kosten beim Sender hängen? Und das war überaus enttäuschend. Das waren 3% von allem. 

Wenn man jetzt Enterprise, eine 100% Tochter des ZDF, hinzunimmt, sind es ungefähr 10%. Der Rest versickert in verschiedenen Verwertungsquellen. Ein außerordentlich spannendes Thema. Dabei ist bei uns noch nicht mal die Rechteermittlung erfasst und die wird immer aufwendiger. Letztendlich braucht man bei den komplizierten Modellen mittlerweile mehr und mehr Prädikatsjuristen, um das überhaupt noch in den Griff zu bekommen. Auch das, finde ich, ist ein Schrei nach mehr Vereinfachung zum Nutzen beider Seiten. Davon bin ich überzeugt.

Die Erlöse, wenn man alles abgezogen hat, die Unkosten, die dabei aufkommen, das Programm zu verkaufen, sollten – das ist unsere Meinung, und wir haben das auch in den Verhandlungen gesagt – bei 50/50 geteilt werden. Das ist unser Angebot. Aber davor, und das haben wir klar formuliert, müssen wir die Kosten genau analysieren. Wir sind bereit, der Allianz natürlich auf unserer Seite in der Verhandlungsrunde unsere Zahlen auch ganz genau zu zeigen. Und wenn wir das gemacht haben, können wir über die Modelle nachdenken. Und ich darf Ihnen hier versichern, dass wir durchaus in diesen Gesprächen mit der Allianz ergebnisoffen diskutieren. Auch die Gründung gemeinsamer Verwertungstöchter zwischen Produzenten und ZDF oder ZDF Enterprises schließen wir keineswegs kategorisch aus. Und wenn ein Produzent glaubt, Rechte zur Verwertung von uns zurück haben zu müssen, um Sie besser zu verwerten, sind und waren wir in der Vergangenheit und werden es auch in der Zukunft sein, durchaus bereit darüber zureden. Oder wenn Sie zuerst ein Programm im Pay-TV zeigen wollen – allerdings haben wir ein klares erfolgreiches Pay-TV Modell nicht – können wir auch darüber sprechen. Wenn auf der anderen Seite der Sender, der das Ganze bestellt hat, auch einen finanziellen Vorteil von dieser eingeschränkten Exklusivität hat. Letztendlich als eine Frage der Gespräche zwischen den Produzenten und dem Sender.

Wenn wir schon – ich möchte Sie nicht mit Zahlen langweilen – beim Geld sind, vielleicht ist es ganz interessant. Wir haben in den Verhandlungen zugestanden, dass wir die Produzenten schneller an das Geld bringen müssen. Wir haben in internen Analysen auch gemerkt, 1. durch die komplizierten Vertragsmodelle geht es nicht gerade schneller bis endlich alles unter Dach und Fach ist, und 2. glauben wir, dass wir einen klaren Beginn setzen müssen: Wann sind Produzenten im Spiel und wann bekommen sie Geld von uns? Diese sogenannten Produktionsvorbereitungsverträge – auch da sind wir bereit neu nachzudenken – dass es eben auch auf beiden Seiten verlässlicher ist – wir wissen, ab jetzt müssen wir etwas zahlen, ab jetzt ist die Idee – die grobe Idee – wirklich ein Projekt, und wir müssen in die finanzielle Umsetzung einsteigen

Um den Produzenten einen besseren Cash-Flow zu ermöglichen, möchten wir in Zukunft – wenn wir uns geeinigt haben auf den Gesamtvertrag – schon beim Vertragsabschluss 20% zahlen, 40% bei Drehbeginn, 30% bei der Rohschnittabnahme und 10% bei der Abnahme. Wir schieben also alles etwas nach vorne.

Auch bei den Bürgschaften sind wir bereit, darüber nachzudenken. Das müssen wir mit unseren Gremien natürlich am Ende diskutieren. Dass wir die Grenze von mindestens 150 auf 300 anheben möchten, haben wir in Verhandlungen gesagt. So, dass gerade die kleineren Produzenten im Doku-Bereich eine Erleichterung haben, um bei uns ins Geschäft zu kommen. Das sind nur einige Punkte, die natürlich noch mit vielen anderen Themen aufzufüllen sind. Aber ich möchte damit bei Ihnen eigentlich nur belegen, dass wir Sie als Partner und eben nicht als Dienstleister sehen, der sich seine Rechte erkämpfen muss. 

Medienpolitische Themen – darf ich Ihnen sagen – werden wir mit der Allianz immer wieder absprechen. Denn wir als öffentlich-rechtliche Anstalt fühlen uns – vor allem in der letzten Zeit – von Ihnen verstanden. Und das muss natürlich auch von unserer Seite auch umgekehrt so sein.

Nach diesen vielen Zahlen möchte ich natürlich auch über Inhalte reden. Ich hatte über die Kosten gesprochen und hatte gesagt, wir stehen nach wie vor auf der Fiktionseite. Über Kosten wird ja viel philosophiert. Am Ende – ich habe Ihnen das Volumen insgesamt gesagt, das wir  haben – wird es ja nur darauf ankommen, wie man das Volumen an den Markt weitergibt. Wie man sich darauf einigt, welches Produkt, das wir bei Ihnen bestellen, wie viel kostet. Es gibt also kein Patentrezept für das Herunter addieren der Kosten auf unserer Seite. Diese Modelle sind alle durchgespielt worden. Es ist letztendlich eine kreative Arbeit zwischen den Produzenten und dem Sender, hier neue Modelle zu finden. Ich zitiere das intern immer mit einem Ausschnitt aus einem Film, der – finde ich – zwei schöne Stellen zum Mediengeschäft hat. Ich weiß nicht, ob Sie ihn hier kennen: „Braveheart“. Der hätte hier bei der Berlinale keine Chance gehabt, präsentiert zu werden. Da gibt es eine schöne Stelle. Sie wissen, es geht um den Kampf  zwischen Schotten und Engländern. Der Freiheitskampf, in dem die Schotten und die Engländer im Kampf gegenüberstehen. Und den Engländern geht es in einer bestimmten Situation nicht gut. Da sagt der Oberbefehlshaber seinem König: „Ich glaube, wir müssen die Reserven ins Spiel bringen. Wir schicken jetzt die Garde.“ Dann sagt der König: „Bist du verrückt, die sind viel zu teuer. Wir schicken die Iren." Und dieses Suchen nach Iren ist halt außerordentlich schwierig im Programm. Es gibt übrigens noch eine schöne Stelle, die trifft das Öffentlich-Rechtliche ganz gut. Etwas weiter zurück in dem Film am Ende kommt „Braveheart“ in eine Versammlung von schottischen Adligen. Zwei unterhalten sich über ihn, sagt der eine dem anderen: „Wo steht dieser „Braveheart“ eingentlich politisch?“ Das ist jetzt nur die kleine Pointe, die bei uns natürlich besser läuft als bei Ihnen anscheinend. 

Also Kosten und Qualität. Wir betrachten unser Programm natürlich auch dahin, wie sind wir als öffentlich-rechtlicher Sender qualitätsvoll aufgestellt. Beim Fernsehfilm sind wir nach wie vor eine Bank – und ich habe vorhin schon gesagt –, im letzten Jahr, im schwierigen Jahr, sind wir in diesem Bereich sogar besser geworden. Und es trifft sich hier bei der Berlinale natürlich auch, über Fernsehen und Kino zu sprechen. Es ist immer schön, wenn sich beides trifft, und es ist auch möglich. Mit Reinhold Elschot, meinem Vertreter und Fernsehspielchef und einem früheren Kollegen von Ihnen, bin ich mir einig: Deutsches Kino kann gut für das Programm sein und es darf auch mal unterhaltende Filme im ZDF geben. Da sind ja mehrere Projekte in der Planung. Großunternehmungen, wie Eventfilme wird es natürlich auch weiter geben. Ihnen ist das ja oft als Spezies der amphibischen Filme bekannt. Hier Kino, dort ein Zweiteiler. Das kann funktionieren, muss es aber nicht. Wir sind nicht verbissen, fixiert auf diese Großprojekte – also Mehrteiler an Kinos angehängt. Das kann funktionieren, muss es aber nicht automatisch. Wir haben in den letzten zwölf Monaten gemerkt, dass die Mehrteiler es immer schwerer haben, in den Markt zu kommen durch die übergroße Konkurrenz und durch das immer mehr eintretende Gewohnheitsfernsehen des Publikums. Die Treue der Zuschauer, einen Mehrteiler über mehrere Teile, z.B. drei Teile, zu sehen, wird immer schwieriger zu gewinnen

Also zielen wir weiterhin auf Projekte, die eben nicht unter diesem amphibischen Vorbehalt sind. Und wir hatten in den letzten Monaten durchaus ermutigende Beispiele. Und wir werden auf diesem Weg weitergehen. Also im letzten Jahr z.B. „Die Fälscher“, auch ein sehr großer Erfolg, für einen solchen anspruchsvollen, Film bei uns im Programm nach der Auswertung im Kino. „Die wilden Hühner“, „Yella“, „Das fliehende Pferd“, z.B. auch im ZDF-Programm am Montag, haben hervorragend funktioniert. Das sind erfolgreiche Beteiligungen. In nächster Zeit haben wir „Anonyma“ oder die Komödie „Maria, ihm schmeckt`s nicht“ und „Isch kandidiere“ mit Hape Kerkeling. Ich habe heute Morgen gesehen, beides in den Top10 der Kinobesucher im letzten Jahr, freut mich sehr. Und wir haben im Augenblick im Kino die Stig-Larsson-Verfilmung, der Teil Zwei ist ja gerade angelaufen. Das war eigentlich ein Fernsehprojekt, dass wir mit den internationalen Partnern Skandinavien und Frankreich gemacht haben. Aber dem Wunsch nach einer Kinoauswertung haben wir gerne entsprochen. Ich glaube, zum Nutzen beider Partner. Für uns ist es etwas Ruhm. Ich muss zwar dann für den Winter auf dieses Programm verzichten. Ich hoffe aber, dass wir dann im nächsten Winter viel Erfolg auch im Fernsehen haben.

Auf der Berlinale haben wir natürlich das kleine Fernsehspiel voll im Einsatz. Im Wettbewerb haben wir den Film „Shahada“, das ist auch eine Zusammenarbeit mit der Filmakademie Baden-Württemberg und „Na Putu“ und „Der Räuber“. Das kleine Fernsehspiel zeigt sich nach wie vor als Talentschmiede für den Kinomarkt. Auch für den Oscar sind wir übrigens im Rennen mit „Ajami“, eine palästinensische-israelische Koproduktion, auch vom Fernsehspiel. All das macht mich stolz als Programmdirektor. Ich bin ja bisher mehr in der politischen Ecke verortet worden. Nach dem Motto: „Er ist ausversehen in das Amt gekommen.“ Ich glaube, da täuschen Sie sich sehr. Film war schon immer eine Leidenschaft für mich. Und als Kinogänger sehe ich mir alles an, was es so gibt, von „Avatar“ bis zum „Das weiße Band“.

Und die kleinen Fernsehspiele, sicherlich eine spezielle Nische, werden aber im ZDF_neo, und da möchte ich ihr Augenmerk auf den neuen Kanal lenken, auch zu guten Zeiten ausgestrahlt. Sie werden es nicht glauben, sogar in der Primetime, und ich möchte am Ende meines Vortrags eine Lanze bei Ihnen brechen für diesen neuen Kanal, an dem jetzt schon übrigens viele Produzenten beteiligt sind mit Aufträgen. Und wir wollen ja ein Ping Pong zwischen Innovationen auf Neo und dem Hauptprogramm damit beginnen. Hier wächst etwas heran, was für Sie durchaus interessant sein kann. Für die Konkurrenz der privaten Sender darf ich hier nochmal betonen, dafür verlangen wir keine Extragebühren. Das finanzieren wir aus dem, was wir haben. Aber für die Zukunft des Hauses unerhört wichtig – wir denken ganz intensiv darüber nach – bei Neo einen regelmäßigen Sendeplatz für den deutschen Film einrichten zu können. Das ist eben auch die Frage dessen, was wir dort an Filmen bekommen können. Aber wir haben uns das für das nächste Jahr fest vorgenommen. Also denken Sie positiv über Neo. Für Sie könnte es auch eine gute Chance sein.

Am Ende kann ich nur sagen, wir haben über Zahlen geredet, für mich bedeutet Fernsehgeschäft Inhalte und Content is King. Und nach wie vor bestimmen die Inhalte das Geschäft. Es gab eine Zeit, wo wir immer über die Verbreitungswege Internet – durchaus wichtig – gesprochen haben. Aber am Ende zählen die Inhalte. Wenn Kino und Fernsehen zusammenpassen, umso besser. Und nichts freut mich mehr, wenn in meinem Programm, in unserem Programm im ZDF, ein gutes und erfolgreiches Programm läuft und am besten natürlich produziert von Ihnen. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

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