Initiative Barrierefreies Kino

KINO FÜR ALLE!

Berlin, 11. Juli 2012 – Nach Zahlen der Betroffenenverbände leben in Deutschland knapp 1,2 Mio. hochgradig oder an Taubheit grenzende Schwerhörige und ebensoviele Sehbehinderte und Blinde: 2,4 Mio. Menschen, die nur mit technischer Hilfe dem Fernsehprogramm folgen oder einen Film im Kino erleben können.

Um diesem bedeutenden Personenkreis den Genuss von Filmen zu erleichtern oder überhaupt zu ermöglichen, haben alle Fraktionen im Deutschen Bundestag im Frühjahr 2012 gefordert, das barrierefreie Filmangebot deutlich zu verbessern und auszubauen. Kulturstaatsminister Bernd Neumann MdB hat angekündigt, dass die Herstellung einer barrierefreien Fassung als Förderbedingung in die Richtlinien der Filmförderungsanstalt (FFA) aufgenommen werden soll, auch für den Deutschen Filmförderfonds (DFFF) soll die Herstellung von barrierefreien Fassungen Fördervoraussetzung werden.

Die Produzentenallianz unterstützt die Initiative Barrierefreies Kino und hat mit Kolleginnen und Kollegen aus der Branche, Betroffenen und der interessierten Öffentlichkeit über den technischen Stand der Dinge, über Kosten und Möglichkeiten informiert und diskutiert.

„Barrierefreiheit bedeutet mehr als rollstuhlgerecht“, erklärte Wolfgang Börnsen MdB, film- und medienpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, in seiner Keynote, „Barrierefreiheit bedeutet, dass Menschen trotz ihrer Beeinträchtigung beim Hören, Sehen, Sprechen oder durch Körperbehinderungen einen ungehinderten Zugang zur gesellschaftlichen Teilhabe  erhalten. Davon sind wir noch weit entfernt.“

„2,4 Mio. schwer seh- oder hörbehinderte Menschen sind auf barrierefreies Kino, auf barrierefreie Filme angewiesen“, stellte Uli Aselmann, Vorsitzender der Produzentenallianz-Sektion Kino, bei der Veranstaltung fest. „Rein wirtschaftlich gedacht, ist das auch ein ungenutztes Zuschauerpotential. Viel wichtiger ist mir allerdings der Aspekt, dass wir in unsererem Hochtechnologieland mit der Initiative Barrierefreies Kino auch jenen die Teilhabe am kulturellen Leben ermöglichen können, die ihnen sonst verschlossen bleibt. Es ist für uns ein großer Unterschied, ob wir unsere Filme für viele machen – oder wirklich Kino für alle.“

Neben Wolfgang Börnsen und Uli Aselmann nahmen Thomas Menne (Geschäftsführer Walt Disney Studios Motion Pictures), Dr. Thomas Negele (Vorstandsvorsitzender HDF Kino), Josef Reidinger (Geschäftsführer ARRI Film&TV) und Martina Wiemers (Generalbevollmächtigte Deutsche Hörfilm gGmbH) an der Veranstaltung teil. Moderiert wurde die Diskussion  von Christine Berg, stellvertretender Vorstand der FFA.

Die Informationsveranstaltung „Barrierefreies Kino“ fand am 6. Juli 2012 im Rahmen des Filmfests München statt. Veranstalter waren die Produzentenallianz und ARRI Film & TV mit Unterstützung der FFA und zweiB.

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