Grundsatzentscheidung der Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen

Produzentenallianz für Werbung auch bei öffentlich-rechtlichen Sendern

Berlin, 25. November 2010 – Die Produzentenallianz hat sich auf die grundsätzliche Haltung geeinigt, dass eine völlige Werbefreiheit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht wünschenswert ist. Das sagte Dr. Christoph E. Palmer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Allianz Deut­scher Produzenten – Film & Fernsehen, im Gespräch mit Werben & Verkaufen, der Fachzeitschrift für die deutsche Werbebranche.

„Ein Werbeverbot würde die Einnahmen des öffentlich-rechtlichen Rund­funks um fünf bis sechs Prozent schwächen,“ begründet Palmer gegenüber W&V die Entscheidung. Die Spots würden aber nicht den Privatsendern zugute kommen, viele würden ins Internet abwandern. Die große Sorge der Produzentenallianz sei dann, dass das Fernsehen insgesamt als Verlierer dastehen würde. Zudem gehört „Werbung zur modernen Gesellschaft dazu, wie der Aufstrich aufs Brot“, zitiert W&V den Produzentenallianz-Geschäfts­führer. Nicht zuletzt müsse es in der dualen Medienordnung mehrere Anbieter geben: „Wir glauben, dass den öffentlich-rechtlichen Sendern der Wettbewerb guttut.“ Es sei wichtig, dass dieser nicht nur über die Haus­haltsabgabe finanziert werde, sondern am Marktgeschehen teilnehme.

Die Erfahrungen in Spanien und Frankreich zeigten, dass ein komplettes Werbeverbot im öffentlich-rechtlichen System nicht durchzusetzen ist, heißt es in dem W&V-Artikel weiter. In Spanien führten private Anbieter Werbe­ein­nahmen an die Öffentlich-Rechtlichen ab, die französische National­ver­sammlung habe vor wenigen Tagen das komplette Werbeverbot, dass ab 2011 gelten sollte, gestoppt.

Die Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen ist die maßgebliche Interessenvertretung der deutschen Produzenten von Film-, Fernseh- und anderen audiovisuellen Werken. Sie vereint ca. 200 Produktions-unternehmen aus den Bereichen Animation, Kinofilm, TV-Entertainment, TV-Fiktion und Werbung.

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