Produzentenallianz gegen EU-Geoblocking-Verbot

Möglichkeit zur Vergabe territorial begrenzter Lizenzen Voraussetzung für europäischen Film

Berlin, 10. Juni 2015 – Die Europäische Kommission will einen europäischen Binnenmarkt auch im Online-Bereich schaffen. Sie meint, hierzu ein Verbot von Geoblocking-Maßnahmen einführen zu müssen, das zwingend einen europaweiten Zugriff auf alle VoD Angebote ermöglichen würde. Die Vergabe territorial begrenzter Lizenzen und der hierzu erforderliche Einsatz von Geoblocking-Maßnahmen macht jedoch eine zeitlich und örtlich differenzierte Auswertung audiovisueller Inhalte in verschiedenen Territorien erst möglich – und stellt damit die Voraussetzung für eine erfolgreiche Wertschöpfung in diesem wichtigen Bereich der Kreativindustrien her.

„Sollte die EU-Kommission ihren Plan verwirklichen, zur Schaffung eines einheitlichen digitalen Binnenmarktes das Geoblocking zu verbieten, würde sie die Grundlage für die Finanzierung und Vermarktung europäischer Filme vernichten“, erklärt Alexander Thies, Vorsitzender des Gesamtvorstands der Produzentenallianz. „Ein dramatischer Preisverfall für Lizenzen und Garantiezahlungen würde die Realisierung von Filmen, die durch ihre nationale Herkunft geprägt sind und die gerade die Vielfalt des europäischen Filmschaffens ausmachen, katastrophal schwächen. Das wäre auch im Sinne des europäischen Gedankens die ganz sicher nicht gewollte Folge einer Politik, die für das Dogma des digitalen Binnenmarktes die Gegebenheiten des Marktes ausblendet. Das Ergebnis wäre nicht die Zunahme der Zahl europaweit verfügbarer europäischer Filme, sondern ein dramatischer Rückgang der Filmproduktion in Europa und ein Verlust der kulturellen Vielfalt in diesem Bereich“


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