Produzentenallianz-Gesamtvorstand zum Rundfunkbeitrag

Produzenten wollen starke und akzeptierte öffentlich-rechtliche Sender

Das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem Deutschlands ist unbestreitbar eines der besten der Welt. Es bringt eine im internationalen Vergleich einzigartige Vielfalt an Genres und Themen, an seriös aufbereiteter Information und hochwertiger Unterhaltung hervor, es pflegt den Kinder- und Jugendfilm, zeigt aufwendig recherchierte Dokumentarfilme und ist ein unverzichtbarer Partner bei der Finanzierung von Kinofilmen. Die Qualitätsprogramme von ARD und ZDF setzen Tag für Tag kulturelle Schwerpunkte, gehören zu den wichtigsten Eckpfeilern der kulturellen Identität Deutschlands und leisten wichtige Beiträge zur Meinungsvielfalt und Demokratie. Hergestellt werden die Programme zum großen Teil von der deutschen TV-Produktionswirtschaft, die rund zwei Drittel ihres Umsatzvolumens mit Produktionen für öffentlich-rechtliche Sender realisiert.

Deshalb begrüßt die deutsche Produzentenschaft jede Maßnahme, die die Zukunftssicherheit dieses Systems sicherstellt und befürwortet die Umstellung der Rundfunkgebühr auf den haushaltsbezogenen Rundfunkbeitrag, der die Finanzierung von ARD und ZDF auf eine zeitgemäße Grundlage stellt. Nachdem Fernsehprogramme längst nicht mehr allein mit Fernsehgeräten empfangen werden können, sondern mit einer Vielzahl von mobilen und stationären elektronischen Geräten über verschiedene Verbreitungswege, hat der neue Rundfunkbeitrag auch das Potenzial, die Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Sender zu vereinfachen und zu entbürokratisieren.

Mit Sorge betrachten die Produzenten der Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen dagegen das Einfrieren der Finanzmittel für den öffentlichen-rechtlichen Rundfunk, das auch nach der Einführung des Rundfunkbeitrags fortgeschrieben wird. Wo nicht einmal eine Inflationsrate ausgeglichen wird – von Wachstum ganz zu schweigen –, leidet vor allem der Programmbereich unter immer weiter gehende Einsparungen, die sich zwangsläufig auf die Qualität der Programme auswirken werden.

Beitragserhöhungen werden derzeit aber weder von der Politik noch von den Sendern selbst als darstell- und durchsetzbar betrachtet. In der Öffentlichkeit muss immer wieder neu um die Akzeptanz für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und seine Finanzierung geworben werden. Gutes Programm ist entscheidend, um den Funktionsauftrag von ARD und ZDF zu erfüllen, „der neben seiner Rolle für die Meinungs- und Willensbildung, neben Unterhaltung und Information seine kulturelle Verantwortung umfasst“, wie das Bundesverfassungsgericht im September 2007 festgestellt hat. Zwar soll der öffentlich-rechtliche Rundfunk im publizistischen Wettbewerb mit den privaten Veranstaltern bestehen können, aber nur, wenn er diesen „klassischen Funktionsauftrag“ erfüllt, und der fußt nicht auf Einschaltquoten.

Im Übrigen raten die deutschen Produzenten zu einer größtmöglichen Offenheit. Eine neue Kultur der Transparenz kann den Sendern helfen, selbstbewusst und mit verständlichen und vergleichbaren Zahlen für ihr Programm und das öffentlich-rechtliche System zu werben und so ihre Akzeptanz in der Öffentlichkeit wieder zu verbessern.

Die Produzenten wollen starke, leistungsfähige und von den Beitragszahlern akzeptierte öffentlich-rechtliche Sender. Mit einer Transparenz, die nicht nur die Produzentenallianz fordert, sondern unter anderem auch Prof. Paul Kirchhof, der „Vater“ des Rundfunkbeitrags, können ARD und ZDF ihren Zuschauern zeigen, wofür sie bezahlen, und ihnen die Gewissheit geben, für den Rundfunkbeitrag einen angemessenen Gegenwert zu bekommen, nämlich eines der besten Fernsehprogramme der Welt.

Berlin, 30. Januar 2013
Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen e. V., Gesamtvorstand

Die Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen ist die maßgebliche Interessenvertretung der deutschen Produzenten von Film-, Fernseh- und anderen audiovisuellen Werken. Sie vereint ca. 200 Produktions­unternehmen aus den Bereichen Animation, Kinofilm, TV-Entertainment, TV-Fiktion, Werbung und Dokumentation.

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