Produzentenallianz-Sektion Dokumentation zur Diskussion über öffentlich-rechtliche Digitalkanäle:

Digitalkanäle nicht als Billigfernsehen missbrauchen! Spartensender besser ausstatten!

Berlin, 16.1.2012 – Seit Wochen wird öffentlich über die Zukunft der Digital­kanäle von ARD und ZDF diskutiert. So forderte etwa Ministerpräsident Kurt Beck zuletzt:  „Ich könnte mir vorstellen, dass ARD und ZDF zunächst ihre Infokanäle aufgeben... Auch sehe ich keine Notwendigkeit, neben den hervorragenden Kultursendern Arte und 3sat zwei weitere öffentlich-rechtliche Kulturkanäle anzubieten". Gemeint sind die Digitalkanäle ZDF Neo, ZDF Info, ZDF Kultur sowie Einsfestival, Eins-Extra und EinsPlus.


Für die Sektion Dokumentation der Produzentenallianz geht die Forderung nach einer Einstellung der öffentlich-rechtlichen Digitalkanäle in die falsche Richtung. Im Gegenteil: Sie findet eine Weiterentwicklung des öffentlich-rechtlichen Programmangebots grundsätzlich richtig. Hier lassen sich Inno­vationen entwickeln, die für das gesamte öffentlich-rechtliche Fernseh­system von Bedeutung sind. Jedoch macht die Sektion auf ein strukturelles Problem aufmerksam: Die meisten Digitalkanäle sind völlig unterfinanziert. So bestehen Programm-Experimente häufig im Versuch, Qualität zu niedrigen Preisen herzustellen. Wenn die Sender-Strategen von ARD und ZDF ihre Digitalkanäle vor allem als Billigsender und  Wiederho­lungs­programme begreifen und nicht bereit sind, in Auftragsproduktionen mit sinn­vollen Etats zu investieren, werden die Digitalkanäle nicht zu eigen­ständigen und publizistisch relevanten Sendern wachsen. Daher fordert die Produzentenallianz-Sektion Dokumentation ARD und ZDF auf, die Pro­gramm­etats ihrer Digitalkanäle signifikant zu erhöhen. Erst wenn die Arbeit von Produzenten und Autoren angemessen honoriert wird, können die TV-Kreativen dauerhaft erfolgreiche Programme herstellen. Erst dann werden die Digitalkanäle im publizistischen Wettbewerb eine Chance haben.

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