Stellungnahme zur Kritik verschiedener Verbände an der von Produzentenallianz und ARD geschlossenen Eckpunktevereinbarung für dokumentarische Auftragsproduktionen


Mit  Erstaunen hat die Produzentenallianz-Sektion Dokumentation die öffentliche Kritik  der AG DOK sowie fünf weiterer Verbände zum Abschluss der zwischen der Produzentenallianz und der ARD geschlossenen Eckpunktevereinbarung zu Auftragsproduktionen zur Kenntnis genommen. Im Hinblick auf das Erreichen noch ausstehender gemeinsamer Ziele zu einer weiteren Verbesserung der Arbeitsbedingung im Dokubereich würden wir es begrüßen, wenn die AG DOK zu einem sachlichen Umgangston zurückkehrte und so einen konstruktiven Dialog ermöglichte.

Über 30 Jahre lang konnten die Doku-Produzenten mit ihrer Verbandsstruktur keine wesentlichen Verbesserungen ihrer Produktionsbedingungen durchsetzen. Die jeweiligen Konditionen hingen stark von der Markt- und Verhandlungsmacht des einzelnen Produzenten ab. Die AG DOK verzichtete auf den Abschluss eines Eckpunktepapiers mit der ARD im Jahr 2011, weil weder eine HU-Erhöhung noch die Aufnahme eines Producers in die Kalkulation gelang.

Auf Grundlage der von der Produzentenallianz initiierten Protokollnotiz zum 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag konnte nun mit dem durch die Produzentenallianz verhandelten Eckpunktepapier erstmalig erreicht werden:

Das Aufbrechen der bisherigen Vertragspraxis der Sender und eine Angleichung an die für fiktionale Produzenten geltenden Rahmenbedingungen (die auch der AG DOK als Vorbild galten). Die Erlösbeteiligung der Produzenten an der Auswertung ihrer Produktionen, die Möglichkeit zur Rückübertragung der Rechte und der Selbstauswertung, die Aufnahme neuer Kalkulationsposten sowie eine Erhöhung der Handlungskosten und damit des Gewinns. Für besonders aufwendige Produktionen konnte eine Übernahme der Entwicklungskosten durch die Sender durchgesetzt werden.

An wesentlichen Stellen sind Regelungen vereinbart worden, die sogar eine deutliche Verbesserung gegenüber den fiktionalen Eckpunkten bedeuten, wie die Erhöhung der Handlungskosten sowie die Möglichkeit, sich bei einer entsprechenden Auswertungsmöglichkeit Rechte zur eigenen Auswertung sofort  zurück übertragen zu lassen – statt wie bei dem fiktionalen Papier zunächst fünf Jahre warten zu müssen.

Dass allein mit dieser Vereinbarung die prekäre Situation der Doku-Produzenten nicht gelöst werden kann, ist klar. Die Durchsetzung angemessener Vertragsbedingungen ist demgemäß auch weiterhin eines der dringlichsten Ziele der  Allianz, welches in weiteren Verhandlungen mit Sendern sowie in Gesprächen mit der Politik verfolgt werden wird.

Als der maßgebliche Produzentenverband vertritt die Produzentenallianz mit ihren über 200 Mitgliedern die Interessen der Film- und Fernsehproduzenten in Deutschland. Die Produzentenallianz ist ein Unternehmerverband und keine Interessenvertretung etwa von Autoren und Regisseuren. Verhandlung von Vertragsbedingungen für Autoren und Regisseure ist nicht Teil unseres Verhandlungsmandats; diese müssen von den jeweiligen Interessenverbänden separat geführt werden.
 
Zum Text der „Eckpunkte für die vertragliche Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedern der Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen e.V. und den ARD-Landesrundfunkanstalten“

Zu einem erläuternden Schreiben an die Mitglieder der Sektion

Zur Pressemitteilung vom 10. Mai 2013: „Produzenten werden am wirtschaftlichen Erfolg ihrer Filme beteiligt“

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