Die Welt: Fusion der deutschen Produzentenverbände

Vor der Berlinale könne es zum Zusammenschluss von film20, dem Verband der Fernsehproduzenten und der Association of German Entertainment Producers kommen, schreibt die Welt.

 

„Die klassische Trennung zwischen Fernseh- und Filmproduzenten ist überholt, da heute beider Interessen nahezu deckungsgleich sind“, zitiert das Blatt Fred Kogel von Constantin und Vorstandmitglied von film20, ehrenamtliche Lobby-Arbeit genüge nicht mehr: „Wir brauchen Profis, die die deutschen Produzenten mit einer Stimme vertreten.“

Bei der Arbeitsgemeinschaft Neuer Deutscher Spielfilmproduzenten hätten 63 Prozent der Mitglieder für den Zusammenschluss votiert, 75 hätten es sein müssen, berichtet die Welt weiter und zitiert Ulrich Aselmann, den neu gewählten Vorsitzenden der AG Spielfilm: „Einige Spielfilmproduzenten hatten Angst, dass das Fernsehen Zugriff auf Fördergelder bekommen wolle, die für die Produktion von Spielfilmen reserviert sind. Das ist zwar rechtlich nicht einfach so möglich. Aber das Misstrauen konnte nicht ausgeräumt werden“ – „Hinter der Kamera nur Streit und Missgunst“ (frei zugänglich)

Im seinem Kommentar zu den FFG-Gesprächen des BKM in Hamburg schreibt Hanns-Georg Rodek, die Branche müsse sich jetzt selbst für die Zukunft aufstellen, was nur langsam voran gehe. Als jüngstes Beispiel nennt er den geplanten Zusammenschluss aller Produzenten zu einem Verband, den er als „geplatzt“ bezeichnet. Die in Deutschland dramatisch schlechte Position der Produzenten illustriert er mit einer Gegenüberstellung: „Der holländische ‚Traumhochzeit‘-Entwickler Endemol konnte seine Idee selbst in die ganze Welt verkaufen, der ‚Wetten, dass…‘-Erfinder musste seine ganzen Rechte ans ZDF abgeben.“

(Die Welt vom 5.12.2007, S. 27 – Feuilleton: „Neumann, übernehmen Sie“!)

05.12.2007

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