01.02.2016

ARD-Eckpunkte 2.0 (Update): „Umfangreichste Verbesserung in der Geschichte der Fernsehauftragsproduktion in Deutschland“

Das Papier der „Eckpunkte 2.0“, das die ARD zur künftigen Ausgestaltung der Beauftragung von TV-Auftragsproduktionen am Donnerstag vorlegte, könne „einen Paradigmenwechsel in der deutschen Fernsehlandschaft einläuten“, schreibt Jens Mayer in der tageszeitung und zitiert Produzentenallianz-Geschäftsführer Christoph Palmer: „Das ist die umfangreichste Verbesserung in der Geschichte der Fernsehauftragsproduktion in Deutschland, die wir bei einem Sender erreicht haben.“ Dass ausgerechnet die schwerfällige föderale ARD diesen Schritt auf die Produzenten zugeht, während das ZDF und noch weniger die Privaten bislang noch keine Anstalten gemacht hätten, sich auf konkrete Gespräche einzulassen, rechne der Produzentenallianz-Vorsitzende Alexander Thies der ARD hoch an. Durch das Engagement der ARD-Vorsitzenden Karola Wille und Christine Strobl, Geschäftsführerin der ARD-Filmeinkaufsgesellschaft Degeto, habe es die Möglichkeit gegeben, die Grundlage für die „Erschaffung des bestmöglichen Programms“ zu legen: „Ihr könnt das? Dann liefert jetzt mal“  (frei zugänglich)

Bereits seit einigen Jahren machten die Produzenten Druck, weil sie die Eckpunkte für Vertragsbeziehungen zu deutschen TV-Sendern als nicht besonders zeitgemäß erachteten, schreibt Christian Meier in der Welt. „Mehr Geld und bessere Konditionen wollen zwar viele, aber nachvollziehbar ist das Ansinnen der Produzenten allein schon, weil sich die Medienlandschaft seit der Digitalisierung beispielsweise hinsichtlich der Verwertungsmöglichkeiten so grundlegend verändert hat.“ Ende der vergangenen Woche seien „in einem bemerkenswerten Papier“ neue Eckpunkte definiert worden, zu denen sich die ARD einseitig gegenüber Produzenten verpflichte. Das Ganze habe seinen Preis: Die ARD habe bei der zuständigen Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) 50 Millionen Euro zusätzliche Mittel in der Gebührenperiode ab 2017 angemeldet, pro Jahr versteht sich. Auch wenn die KEF den Rundfunkbeitrag für Haushalte von derzeit 17,50 Euro monatlich reduzieren möchte, solle sie dem Ansinnen mit Wohlwollen gegenüberstehen, „heißt es aus dem Bauch der Anstalten“: Ob das Fernsehen damit wirklich besser wird? (frei zugänglich)

„Wie es in Senderkreisen heißt, hat die KEF die von der ARD beantragte Steigerung ihres Programm-Etats von jährlich 700 Millionen Euro um 2,3 Prozent nur moderat auf 2,1 Prozent korrigiert“, schreibt auch Kai-Hinrich Renner in seiner „Medienmacher“-Kolumne im Handelsblatt. „Anstandslos durchgewinkt“ hätten die Prüfer demnach die mit dem neuen Eckpunkte-Papier über fairere Vertragsbedingungen mit TV-Produzenten verbundenen Ausgaben. KEF-Geschäftsführer Tim Schönborn mochte sich mit Rücksicht auf das noch laufende Prüfverfahren nicht äußern: Die KEF hat ein Herz für Programm-Macher (frei zugänglich)


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