13.11.2017

Dokumentarfilme und -serien: Netflix macht ARD und ZDF Konkurrenz

"Chasing Coral" oder ein Porträt über Joan Didion: Netflix veröffentliche immer mehr Dokumentarfilme und -serien. Und mache damit ARD und ZDF Konkurrenz, meint Jana Weiss in der Zeit. Weiss berichtet, dass der Streaminganbieter in den letzten zehn Monaten mehr als 60 Dokumentarfilme und -serien in sein Angebot aufgenommen habe. Dies sei eine Entwicklung, die einem Trend in der Filmbranche folge: „Auf Festivals nehmen Dokumentationen einen immer größeren Stellenwert ein, die Berlinale vergab in diesem Jahr erstmals einen Dokumentarfilmpreis, dotiert mit 50.000 Euro.“ Damit greife das Unternehmen aber auch „eine Kernkompetenz“ der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten an. Aber zahlenmäßig käme Netflix nicht an die ARD heran, die in 2016 nach eigenen Angaben 3.524 Dokumentarsendungen ausgestrahlt hätte. Allerdings würden „ihre Formate dem Publikum nur in Randzeiten und zeitlich begrenzt verfügbar gemacht.“ Weiss weiter: „Dass die öffentlich-rechtlichen Sender ihre Filme nur für einen kurzen Zeitraum speichern können, ist nicht ihre Schuld, sondern liegt an den strengen Grenzen, die die Politik ihnen auferlegt hat, um den Privatsendern Chancengleichheit zu gewähren.„

Sie fordert die Sender - um sich gegen diese Konkurrenz zu behaupten - dazu auf, „neue Themen“ und „bessere Titel“ zu wagen, und sie fordert bessere Sendeplätze im Programm. „ARD und ZDF könnten zum Beispiel mal – total crazy – anstatt eines Krimis einen Dokumentarfilm zur Primetime zeigen. Denn sonst werden Netflix und Co. sie bald nicht nur beim Unterhaltungs-, sondern auch beim Bildungsauftrag überholen.“ Zum ganzen
Artikel: Der Bildungsauftrag ist cool


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