28.07.2017

Konflikt um die Aufhebung der Territorialität: Einfallstor um den europäischen Markt zu überfahren

Jörg Seewald greift in der Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 28.7. die Diskussion um die Neuordnung der Online-Rechtevergabe für Fernsehfilme in Europa auf. Auf der einen Seite stünden die Verantwortlichen bei den öffentlich-rechtlichen Sendern, die das lineare Fernsehen zunehmend als nicht mehr zukunftsfähig betrachten würden und ihre Positionierung im Bereich digitaler Onlineplattformen weiter ausbauen wollten. Auf der anderen Seite stünden die privaten Sender und die Filmbranche, die sich gegen eine Aufhebung der Territorialität und für eine Bindung von Ausstrahlungsrechten an Ländern bemühen würden. Die nächste Entscheidung werde im Europaparlament im September fallen. Laut Seewald stünde aktuell der Artikel 3 der Sat-Cab-Verordnung im Fokus des Interesses, der die Weitersendung von Filmen bereits "seit 1993 über kabelgebundene Einrichtungen in geschlossenen Netzen europaweit möglich" mache. Für die Weitersendung auf diesem Weg würden die Produzenten, aber auch die Urheber via der Verwertungsgesellschaft vergütet. Eine Ausweitung des Sendesignals auf sogenannte OTT-Dienste, wie geplant, also auf Facebook, Whtasapp etc.  Claus Grewening vom VPRT kritisiere dieses Vorhaben, da bereits bilaterale Verträge zu Ott-Diensten bestehen würden: „Es gibt überhaupt keinen Bedarf für diese Regelung, weil wir unsere Verträge mit den Plattformen direkt abschließen.“ VPTZ-Geschäftsführer Flemming wird im Artikel zitiert: "Für Unternehmen wie Netflix sei eine kollektivierte, liberalisierte Rechtewahrnehmung ein Einfallstor, um den europäischen Markt zu überfahren." Lesen Sie den Artikel in der FAZ (vom 28.7.2017, Nr. 173, S. 17, Medien) Werden Fernsehfilme bald im Internet verramscht? Privatsender und Filmwirtschaft wenden sich gegen eine europaweite Neuordnung der Rechtevergabe (E-Paper)




© 2017 Allianz Deutscher Produzenten - Film & Fernsehen e.V.