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Kontroverse: Was der neue „Joker“ mit #MeToo und einer möglichen Gegenbewegung zu tun hat

8. Oktober 2019
Thema
Region

USA

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Im Zuge des Starts des neuen Joker-Films wird Kritik laut, weil in einer zentralen Szene des Films das Stück “Rock’n’Roll, Part 2” des englischen Glamrockers Gary Glitter zu hören ist. 2015 wurde Glitter zu 16 Jahren Gefängnis wegen mehrfacher versuchter Vergewaltigung und Sex mit einer Minderjährigen verurteilt. Über die Lizenzmodalitäten sei nichts bekannt, dennoch ist davon auszugehen, dass Glitter nun im Gefängnis mit der Verwertung Geld verdient. Dies sei moralisch zu hinterfragen. Tagesspiegel Autor Andreas Busche sieht hier ein weiteres Indiz dafür, dass sich in der US-Unterhaltungsbranche gerade eine Gegenbewegung zur MeToo-Initiative formiert. Er zieht dabei die Stimmung in der Comedy Szene heran in der es mehrfach MeToo-Beschuldigungen gegeben hatte. „Ähnlich argumentierte vergangene Woche „Joker“-Regisseur Todd Phillips, als er (…) erzählte, dass er nach seiner erfolgreichen „Hangover“-Trilogie mit dem Thema Comedy abgeschlossen habe. Phillips führte aus, dass in den USA aktuell eine „woke culture“ dominiere – also eine Kultur, die auf rassistische, sexistische oder soziale Diskriminierungen empfindlich reagiert.“ Die nihilistische Superheldenverfilmung sei damit sein „Fuck you“ an alle Moralapostel.

Titel: Was die Kritik an „Joker“ über Hollywood verrät von Andreas Busche in tagesspiegel.de am 08.10.2019

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