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Presseschau

Animation und VFX in Interviews beleuchtet: „eher Kakteen als Urwaldbäume“ / „DFFF2 – Eintrittshürden mit Sorge“ betrachten / Forderung nach fairen Wettbewerbsbedingungen / animation germany / Der VFX-Markt ist international.

25. September 2017
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Die Tatsache, dass die Produktionsbudgets der öffentlich-rechtlichen Sender seit Jahren aus verschiedenen Gründen sinken würden und der Wettbewerbsnachteil für deutsche Produzenten, der entstünde, weil es den öffentlich-rechtlichen Sendern erlaubt sei "direkte Auftrags- und Koproduktionen mit ausländischen Mitbewerbern" zu machen – ohne dass ein deutscher Produzent beteiligt sein müsse, führen, so Jan Bonath (Vorstand scopas medien AG und seit 2009 Vorstand der Sektion Animation der Produzentenallianz) zu einer "prekären" Lage der deutschen Animationsfilmproduzenten. "Deutschland ist vermutlich der offenste TV Markt der Welt" konstatiert er weiter. Bonath fordert daher im pro media-Interview, dass die Politik hier aktiv werden müsse. Zum DFFF2 äußert sich Bonath besorgt um die Eintrittshürden die sehr hoch lägen und es sein könne, dass der DFFF2 "am deutschen Animations- und VFX-Markt leider vorbeigehen" könnte, weil er auf Projekte ziele, die auf dem deutschen Markt in der Größenordnung nicht vorhanden seien. "Profiteure wären dann ausschließlich die ausländischen Großprojekte, die in Deutschland nach subventionierter Dienstleistung suchen."

Auch im Bereich des Kinos wäre seit ein bis zwei Jahren eine Tendenz zu erkennen, dass die Filme ihre Zuschauer nicht finden würden. Dies läge unter anderem auch an den geringen Herstellungsbudgets und den "kleinen Marketingbudgets der deutschen Animationsfilme" im Vergleich zu den Majors.
Im Vergleich zu Realfilmen betrachtet seien aber deutsche Animationsfilme "überdurchschnittlich erfolgreich" – im Kino. Und zwar sowohl in Deutschland als auch international. Diese Tatsache sei kaum bekannt, daher sei die Initiative Animation Germany gegründet worden.

Zu der Initiative äußert sich Tania Reichert-Facilides (Geschäftsführerin animation germany, Geschäftsführerin Freebird Pictures GmbH & Co. KG, Vorstandsmitglied Sektion Animation der Produzentenallianz) ebenfalls ausführlich in der aktuellen Ausgabe von pro media in einem Interview. Reichert-Facilides hat in diesem Jahr die Initiative, die als Gründungsgesellschafter von der Produzentenallianz und dem VTFF getragen wird, gestartet und konnte bereits für die Finanzierung  acht Institutionen, darunter German Films, die FFA und fast alle Länderförderer für ein Engagement für den deutschen Animationsfilm gewinnen.  Durch kontinuierliches, strukturiertes Networking und professionelle Strukturmaßnahmen soll der deutsche Animationsfilm insgesamt an Sichtbarkeit gewinnen, dies sei erklärtes Ziel der Initiative und dabei fasse sie den Begriff des Animationsfilms "bewusst weit".  Animation und VFX seien, so Reichert-Facilides wirtschaftliche "Schlüsseltechnologien". In anderen Ländern wie Belgien oder Irland würde kräftig in diese investiert mit den Ergebnissen "boomende Geschäfte und Know-how Transfer in diese Länder hinein" – das müsse auch ein Ziel für die deutsche Branche sein.

Prof. Carl Bergengruen, Geschäftsführer MFG Filmförderung Baden-Württemberg, stellt in seinem Interview Baden-Württemberg als Deutschlands wichtigsten Standort für Animation und visuelle Effekte vor und begründet, warum die VFX-Branche noch mehr Unterstützung brauche. "Animationsfilme für Kinder und Erwachsene sind seit längerem ein globaler Wachstumsmarkt" konstatiert er. Daher wurde auch 2014 eine Förderung, zusätzlich zu der normalen Projektförderung, ins Leben gerufen, die "direkt an die VFX-Dienstleister vergeben werden kann". Diese Line-Producer-Förderung habe so Bergengruen "enorm eingeschlagen".

Christian Sommer (CEO und Mitgesellschafter von Trixter, Vorstandsmitglied VTFF) äußert sich im Gespräch mit pro media zu der internationalen Wettbewerbsposition bei VFX – die "in starkem Masse von der Förderpolitik abhängig" sei. Er betont, dass es derzeit weltweit eine "hohe Nachfrage" gäbe und der Markt insgesamt aber von ca. 20 Unternehmen in Nordamerka, Australien/Neuseeland und Europa, hier vorneweg Großbritannien dominiert sei. Sommer erläutert im Gespräch zu Kosten von VFX-Leistungen für Produzenten und er befürwortet "ein steuerbasiertes Modell wie in England". Potential sei für ihn im TV-Bereich gegeben  – bei der Produktion internationaler Serien.

Ergänzt wird die Serie bei pro media durch ein Interview mit Florian Gellinger (Mitbegründer und VFX-Supervisor bei RISE Visual Effects Studios). Gellinger begründet, warum VFX-Studios künftig immer mehr zu wichtigen Partnern von Produzenten werden und prognostiziert, dass in den kommenden Jahren "immer mehr VFX in Filmen verwendet werden" wird, auch in Filmen, in denen man es klassischerweise nicht erwarten würde.

Alle Interviews finden Sie in pro media, Ausgabe Oktober 2017, S. 39-50. / nur Print
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Direkt zu der Website Animation Germany

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Bitte beachten Sie auch die folgende europäische Initiative Animation Plan for Europe
Die Ziele für die kommenden Jahre sind:

  1. – Fostering the global reach and appeal of EU animation;
  2. – Making Europe a great place to work for European talent and talent from abroad;
  3. – Making access to finance easier.

Dokumente zu "The European Animation Plan"  und weitere Informationen dazu finden Sie frei zugänglich hier: Animation Plan for Europe

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