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Presseschau

Cartoon Movie 2012: „Drittland Deutschland“

21. März 2012
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Beim 14. Koproduktionsmarkt Cartoon Movie in Lyon Anfang März hätten 55 Kinoanimationsfilme zur Debatte gestanden, schreibt Peter Dehn in seinem Abschlussbericht zu Cartoon Movie 2012 in Filmecho/Filmwoche. 22 Projekte bzw. fertige Filmen seien französischen Ursprungs, Italien sei in Lyon erstmals ganz abwesend gewesen und selbst Spanien nur „nur reduziert vertreten. Mit Frankreich Schritt halten könnten derzeit allenfalls die skandinavischen Länder durch Kooperationen miteinander oder mit „Drittländern wie Deutschland“. Ähnlich sehe es beim Cartoon Forum, dem Koproduktionsmarkt für TV-Projekte, aus. Die deutsche Beteiligung bei Cartoon Movie sei seit einiger Zeit rückläufig. Offiziell seien nur zwei deutsche Projekte gezählt worden, laut Katalog hätten deutsche Firmen an vier Projekten mitgewirkt. Vor allem Stuttgart mir dem publikumsattraktiven Internationalen Trickfilm Festival und den zeitgleichen Fachevents FMX und Animation Production Day habe Cartoon Movie in der Bedeutung für die deutsche Animationsbranche den Rang abgelaufen, schätze Michael Schmerz, Leiter der Produzentenallianz-Sektion Animation.

Der wesentliche Hintergrund der bescheidenen Rolle Deutschlands im Animationseuropa scheine aber hausgemacht, schreibt Dehn weiter. Deutsche Produktionen finanzierten sich überwiegend im Inland, dabei sei die TV-Beteiligung ein wichtiger Baustein. Den ARD-Anstalten und dem ZDF liege ein Lizenzerwerb oder die direkte Koproduktion mit dem Ausland näher als Koproduktionen deutscher Projekte, habe Jan Bonath, Vorstandsvorsitzender der Sektion Animation kommentiert. Dabei sähen sich die deutschen Produzenten im Nachteil gegenüber europäischen Mitbewerbern, was Wirkung zeige: Animationen bestritten laut der Produzentenallianz-Kinder- und Jungendprogrammstudie zwar 59 bis 74 Prozent der Sendezeiten von SuperRTL, Nickelodeon und KI.KA, bezogen auf Animations-Erstausstrahlungen liege der Inlands-Anteil aber unter zehn Prozent. Gefragt sei hier die Politik, die vor allem durch entsprechende finanzielle Ausstattung von ARD und ZDF dem Marktnachteil deutscher Produzenten entgegensteuern und die kulturelle Präsenz nationaler Inhalte erhöhen könne: Frankreich dominiert Europas Animation (Filmecho/Filmwoche 11/2012 vom 16.3.2012, Seiten 33/34, nicht online zugänglich)

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