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Presseschau

Causa Mendig: Chef der Filmfördergesellschaft abberufen – Ein Überblick

25. September 2019
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Der Aufsichtsrat der Hessischen Filmförderung hat nach Angaben des hessischen Kunstministeriums am Dienstag in einer außerordentlichen Sitzung einstimmig die Zusammenarbeit mit Hans Joachim Mendig mit sofortiger Wirkung beendet. Nähere Details dazu nannte das Ministerium nicht. Dies berichteten übereinstimmend mehrere Medien am Dienstag Nachmittag.

Ausgangspunkt war ein Treffen Mendigs mit dem AfD-Vorsitzenden Meuthen und dem Frankfurter PR-Berater Moritz Hunzinger. Das Frankfurter Journal berichtete als erstes über ein Foto, dass der AfD-Chef auf Instagram mit einem „angeregten und konstruktiven politischen Gedankenaustausch“ untertitelte.

Nach Bekanntwerden forderten innerhalb weniger Tage mehr als 300 Filmschaffende den Rücktritt Mendigs. Auch die Deutsche Filmakademie forderte eine Erklärung. Jurymitglieder der Filmförderung drohten damit, ihre Ämter ruhen zu lassen. Mitarbeiter der Hessenfilm hatten in einer öffentlichen Mitteilung geäußert, man hoffe „auf eine Lösung im Sinne des Film- und Medienstandorts Hessen“.

Mendig äußerte sich indes nicht zu den Inhalten des Treffens und erklärte , es habe sich um eine „private Gelegenheit gehandelt, die nicht in Bezug zur Hessenfilm und Medien GmbH stand“. Wie der Spiegel berichtet, habe sich nach Angaben des Ministeriums die wachsende Entfremdung zwischen dem Geschäftsführer der Hessenfilm und vielen Filmschaffenden seit längerer Zeit abgezeichnet.

Titel: Hessische Filmförderung trennt sich von ihrem Chef auf spiegel.de am 24.09.2019

und die Pressemitteilung des Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

 

Der Kommentar von Eva Maria Magel in der FAZ stellt die Frage, ob Mendig hätte bleiben können, wenn er doch Ausführungen zum Treffen gemacht hätte. „Dass er aber in ein immer lauteres, geradezu trotziges Schweigen verfiel, je höher die Wogen der Empörung schlugen, war sicher nicht die richtige Entscheidung.“ Allerdings sei die politische Empörung zum Meuthen-Treffen nicht aus Hessen sondern vor allem aus dem übrigen Deutschland gekommen, „wo ‘rechte’ Unterwanderung des Fördersystems befürchtet wurde.“ Für die Autorin hätten spätestens hier alle, die für Demokratie einstehen, sich zu Wort melden müssen. „Um etwa festzustellen, dass man privat treffen kann, wen man will, und dass ein staatlich bestellter Filmförderer ein legitimes Interesse daran haben könnte, Vertreter der gewählten Parteien kennenzulernen.“

Titel: Die Welle der Empörung von Eva-Maria Magel in der FAZ am Mittwoch den 25.09.2019 Seite 29 (nicht frei zugänglich)

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