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Presseschau

Christoph Palmer zur Agenda der Produzentenallianz: Gemischtes Fazit

12. Juli 2011
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Das Interview im Wortlaut:

.„Seit unserem letzten Produzentenfest sind wir auf wichtigen Aktionsfeldern ein gutes Stück vorangekommen“, sagte Christoph E. Palmer, Geschäftsführer der Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen, im Vorfeld der Veranstaltung. Blickpunkt:Film sprach mit dem Verbandschef über den aktuellen Stand der Debatte.

Ist den Produzenten überhaupt nach Feiern zumute? Die Frühjahrsumfrage unter den Mitgliedern fiel schlecht aus.
Die Umfrage hat ein gemischtes Fazit ergeben. Die ungenügende Vergütung ihrer Leistungen ist nach wie vor mit Abstand das bedeutsamste Problem für die deutschen Produzenten. Der Margendruck wächst weiter. Allerdings planen 26 Prozent der Unternehmen, neue Arbeitsplätze zu schaffen, und 41 Prozent unserer Betriebe beabsichtigen eine Aufstockung bei freien und befristet beschäftigten Mitarbeitern. Solche Planungen sind immer ein Frühindikator für das Geschäft, und insofern ist es angebracht, von einem durchwachsenen Befund zu sprechen.

Welche Terms of Trade packt die Produzentenallianz als Nächstes an?
Mit der ARD führen wir derzeit Gespräche über den Bereich Dokumentationen und ebenso über die zukünftige Erlösbeteiligungsregelung. Offene Detailfragen, etwa im Bereich von Bürgschaftskosten und bei Entwicklungsverträgen, werden in der vereinbarten Clearingstelle besprochen.

Welche Rolle spielt die Produzentenallianz bei der geplanten VoD-Plattform von ARD und ZDF?
Als Verein war für uns klar, dass wir nicht als Gesellschafter an dieser Plattform mitwirken wollen. Rund ein Dutzend Mitgliedsunternehmen der Allianz werden als Gesellschafter in der VoD-Plattform tätig sein. Nun gilt es die kartellrechtliche Prüfung abzuwarten.

Kommen ARD und ZDF Ihrer Aufforderung nach, die Verwendung von Produktionsgeldern transparenter darzulegen?
Bislang gibt es hier leider noch keine Fortschritte zu vermelden. Die Zurückhaltung der Sender verstehe ich, offen gesagt, nicht.

In welchen Bereichen sieht die Produzentenallianz Reformbedarf beim FFG?
Über eine Fokusierung der inzwischen sehr vielfältig gewordenen Fördermaßnahmen auf die wirklich notwendigen Förderbereiche wird zu sprechen sein. Dabei ist über geeignete Maßnahmen zur noch stärkeren Förderung von Erfolg versprechenden Kinofilme nachzudenken. Ein Denkmodell sind etwa die Förderung des Nachwuchsfilms und der ersten und zweiten Filme von Produzenten und Regisseuren aus einem mit einem prozentualen Anteil der Fördermittel dotierten Topf durch Gremienentscheidung und eine stärkere Berücksichtigung der erzielten künstlerischen und kommerziellen Erfolge bei der Vergabe des verbleibenden Anteils der Fördermittel. Die Basis der Beitragserhebung ist zu verbreitern, und neue Nutznießer von Filmen sind in wirksamer Weise zur Beitragszahlung heranzuziehen. Auch die Entwicklung der neuen gesetzlichen Abgabe der Sender wird zu beobachten sein.

Wie ist der Stand der Verhandlungen mit den Schauspielern?
Wesentliche Aspekte der Arbeitsbedingungen für Schauspieler sind in dem mit ver.di verhandelten Manteltarifvertrag geregelt. Die Verhandlungen über einen Gagentarifvertrag laufen seit einiger Zeit in konstruktiver Atmosphäre. Hier hat die Produzentenallianz zuletzt ein Mindesttageshonorar von 500 Euro für alle Schauspieler angeboten und Gesprächsbereitschaft für eine Sonderregelung für alle ausgebildeten oder hauptberuflichen Schauspieler signalisiert. Dem gegenüber hat der Verband der Schauspieler in den Verhandlungen als Forderung ein Tageshonorar von 1250 Euro genannt. Abgesehen davon, dass eine solche Gage weit über den Tarifgagen aller anderen Gewerke läge und eine Kostenspirale auszulösen drohte, sind aus Sicht der Produzentenallianz derart hohe Forderungen auch im Verhältnis zu vergleichbaren Tätigkeiten nicht angemessen. ak

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Produzentenfest 2011: Die Bilder (frei zugänglich)

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