Springe zum Inhalt
Presseschau

Filmverbände fordern: „ARD und ZDF müssen sich zum Kinofilm bekennen!“

25. April 2013
Thema
Kontakt

Geschäftsstelle Berlin
T 030 20670880
E-Mail

„Wenn ARD und ZDF sparen müssen, drohen sie als Erstes den deutschen Kinoproduzenten: Für Spielfilme werde bald kein Geld mehr da sein“, schreibt Christopher Keil in der Süddeutschen Zeitung. In einer „selten einträchtigen Aktion“ forderten nun die Produzentenallianz (Sektion Kino, d. Red.), der Schauspieler-Verband, die Kamera- und Drehbuchgilden, die Deutsche Filmakademie, die AG Doc sowie die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft: „ARD und ZDF müssen sich zum Kinofilm bekennen!“ In einem Kommuniqué, das am Freitag vorgestellt werden soll und der SZ vorliegt, heißt es: ‘Dem gesetzlichen Auftrag, kulturelle Programmangebote bereitzustellen, kann nicht dadurch Rechnung getragen werden, dass Sendungen in die Nachtstunden oder in Spartenkanäle verlegt werden. Die Ausstrahlung kulturell ausgewiesener Werke befindet sich im Programm (von ARD und ZDF) seit Jahren auf dem Rückzug. Hiervon ist besonders der deutsche und europäische Kinofilm betroffen. Die Ausstrahlungstermine in der Hauptsendezeit werden gestrichen, die Budgets eingefroren beziehungsweise für mehrere Jahre ganz gekappt. Investiert wird nur noch in Filme, die rigiden Vorgaben der Primetime-Tauglichkeit, einer vorgegebenen Fernsehästhetik und der Erwartung an bestimmte Quoten und Sendelängen entsprechen.“ Die „Strategen und Kreativen der Filmindustrie“ wollten jetzt die Grundversorgung mit deutschen Kinofilmen im Programm von ARD und ZDF festschreiben lassen: Die Kinobranche empört sich (SZ vom 15.4.2013, Feuilleton)

Blickpunkt:Film zitiert Maria Köpf, stellvertretende Vorsitzende der Produzentenallianz-Sektion Kino: „Wir widersprechen aufs Entschiedenste, dass der Kinofilm nicht Teil der Grundversorgung sein soll.“ In der Resolution, die morgen vorgestellt wird, würden von ARD und ZDF außerdem prominente Sendeplätze für Kinofilme, „und zwar sowohl in der Primetime als auch für anspruchsvolle Filme zu einer nachgelagerten, ‚zweiten Primetime‘ ab 22.15 oder 22.30 Uhr (gefordert). Diese Filme, die den Kulturauftrag der Sender begründen, sind derzeit im Programm kaum noch sichtbar":  Filmbranche verlangt Kinofilmbekenntnis von ARD und ZDF

Am Donnerstag sei ein Katalog von Forderungen diverser Verbände bekannt, die von ARD und ZDF ein konkretes, finanziell untermauertes Bekenntnis zum Kinofilm verlangen, berichtet DWDL.de. „Da steckt Wahres drin, aber auch eine falsche Annahme“, kommentiert Thomas Lückerath: ARD, ZDF und eine falsche Annahme der Kinobranche (frei zugänglich)

Zu einer Pressemitteilung des Westdeutschen Rundfunks: Kulenkampff: WDR verlässlicher Partner der deutschen Filmwirtschaft

Zu einer Pressemitteilung des Zweiten Deutschen Fernsehens: ZDF weist Kritik der Kinobranche zurück – Programmdirektor Himmler: ZDF hat Kinoförderung ausgeweitet (frei zugänglich)

Zur Resolution von 13 Filmverbänden: „ARD und ZDF müssen sich zum Kinofilm bekennen!“ (frei zugänglich)

Scroll