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Presseschau

Französisches Kino: Startet der „Wettbewerb der künstlerischen Unterbietung“? | Parallelen zu Deutschland

13. August 2019
Thema
Region

Frankreich

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In der französischen Filmbranche herrscht Aufruhr seit im Juli klar geworden ist, dass die marktliberale Haltung der französischen Regierung vor dem Kino keinen Halt machen wird. Die Befürchtung: Das französische Kino solle um seine beachtliche Vielfalt beraubt werden, um es angeblich rentabler zu machen. Produzenten und Filmschaffende protestieren öffentlich, etwa auch gegen „Gedankenspiele, für die Produktion neuer Filme vermehrt auf privates Geld zu setzen und die förderwürdigen Filme stärker auszusieben.“ Die Autoren dieser und ähnlicher Vorhaben sind Abgeordnete der Regierungspartei La République en marche und Dominique Boutonnat. Letzterer wurde „von Macron Ende Juli zum Chef der mächtigen Filmförderung CNC bestellt, die auf fast alles Einfluss nimmt, was in Frankreich mit Kino zu tun hat.“ Spiegel Autor Frédéric Jaeger zieht hier parallelen zu Deutschland, denn was „aktuell in Frankreich vor sich geht, erinnert an die Debatte 2017 in Deutschland, als die Filmförderungsanstalt Leitlinien verabschiedete, um künftig nur noch solche Filme zu fördern, von denen erwartet wird, dass sie über 250.000 Zuschauer im Kino anlocken können.“ Diese „triste Wirklichkeit“ könnte im zentralistisch organisierten Frankreich noch weitaus dramatischere Folgen haben. Jaeger wünsche sich „Produzenten, die nicht jammern, sondern aufbegehren gegen die Politik.“

Titel: Zu viel des Guten? Von Frédéric Jaeger auf spiegel.de am 12.08.2019

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