Springe zum Inhalt
Presseschau

Konferenz der Seniorchefs: BR ab 2018 mit ARD-Vorsitz und weitere Personalien / Transparenzthematik / Strukturauftrag

21. September 2017
Thema
Kontakt

Geschäftsstelle Berlin
T 030 20670880
E-Mail

Am gestrigen Mittwoch, 20.9., fand die ARD Hauptversammlung in Köln statt, bei der u.a. beschlossen wurde, dass der ARD-Vorsitz ab 2018 an den Bayerischen Rundfunk übergehe. Neuer Vorsitzender des Senderverbunds wird damit Ulrich Wilhelm, seit 2011 Intendant des Bayerischen Rundfunks und zuvor von 2005 bis 2010 Sprecher der Bundesregierung.

Weiterhin wurde beschlossen Programmdirektor Das Erste Volker Herres ab Herbst 2018 für drei weitere Jahre zu berufen. Er begleitet diese Position seit 2008. Und ebenfalls um drei Jahre wurde der Vertrag von Florian Hager, Programmgeschäftsführer des neuen Online-Jugendangebots von ARD und ZDF, „Funk“ verlängert.

Transparenz
Deutschlandfunk schreibt im Artikel, dass die Transparenz weiter ausgebaut werden solle. so hieß es beim Kölner ARD-Treffen. Allerdings warnte Programmdirektor Volker Herres, der für drei weitere Jahre im Amt bestätigt wurde, vor zu großer Transparenz. So drohe dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit Blick auf die Gehälter für Schauspieler bei einer Offenlegung "eine Situation, wo es immer teurer wird". Er wolle den Schauspieler sehen, so Herres im Gespräch mit @mediasres, "der sagt: ‚Ich bin nicht so toll wie der andere, ich mache den Tatort-Kommissar für die Hälfte’". "Verwundert und befremdet"
5,34 Min. dauert der Audiobeitrag dazu auf Deutschlandfunk.de.
Der Tagesspiegel zu: Transparenz – Wettbewerbsfähigkeit
Die ARD wünsche mehr Transparenz hinsichtlich der Ausgaben des Senderverbunds, schreibt auch Joachim Huber in Der Tagesspiegel. Aber die Expertenhonorare beträfe das nicht. Argument dafür sei, dass eine Veröffentlichung “..die Wettbewerbsfähigkeit der ARD gegenüber der Senderkonkurrenz leiden würde“. Ein Gutachten des Rechtsprofessors Paul Kirchhoff untermauere dieses Argument. Auch Das Erste-Programmdirektor Volker Herres bekräftige, “..dass das Erste immer die Balance zwischen dem gewollten Prinzip der Transparenz und dem Anspruch, mit dem Geld der Beitragszahler vernünftig umzugehen, finden müsse.“  Geld und Geheimnisse

In einem weiteren Kommentar schreibt Joachim Huber, dass das Argument mit der Senderkonkurrenz nicht verfange. Bei der BBC seien auch Fußballexpertengehälter veröffentlicht worden, und daraus seien der BBC keine Nachteile erwachsen. Nur halb transparent (ebenfalls im Tagesspiegel)

Das Gutachten von Paul Kirchhof, findet sich zum Download direkt hier: Transparenz des
öffentlich-rechtlichen Rundfunks
(PDF, 111 Seiten)

(Alle frei zugänglich)

Strukturauftrag
Die FAZ schreibt in Ihrer Ausgabe Nr. 220 vom 21. September 2017, S. 13, dass die Intendanten vor allem auch die Einlassung" verhandelt hätten, die sie den Ministerpräsidenten der Bundesländer mit auf den Weg geben wollen. "Diese werden in der kommenden Woche Zwischenbilanz zu der Frage ziehen, wie es um Struktur und Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender steht. Vielleicht fallen dabei auch schon wegweisende Beschlüsse." Es seien aber, so die Tageszeitung weiter, "..dem Vernehmen nach keine grundstürzenden Veränderungen im Senderverbund" vorgesehen, sondern es ginge eher um "Einsparmöglichkeiten hier und da."

(nur Print und E-Paper)

Scroll