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Presseschau

März 2020: Die Lindenstrasse soll enden / Produzenten der Serie „bestürzt“ über das Aus

19. November 2018
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Seit 33 Jahren läuft die "Lindenstraße" im Ersten, doch Sonntag für Sonntag schalteten weniger Zuschauer ein. Die Verantwortlichen der ARD ziehen nun die Konsequenzen und haben sich auf der Fernsehprogrammkonferenz der ARD mehrheitlich gegen eine Verlängerung des Produktionsvertrags entschieden, teilte der Westdeutsche Rundfunk (WDR) in Köln mit.
Volker Herres, Programmdirektor des Ersten bedauert dies, jedoch seien das Zuschauerinteresse und unvermeidbare Sparzwänge nicht vereinbar mit den Produktionskosten für eine solch hochwertige Serie. Und
Jörg Schönenborn,  WDR-Fernsehdirektor dazu: "So sehr der Abschied auch schmerzt, können doch alle Beteiligten sehr stolz sein, denn sie haben mit der Lindenstraße geschafft, was keiner anderen deutschen Serie gelungen ist: über Generationen hinweg mitten aus dem Alltag der Menschen heraus große gesellschaftliche und politische Themen abzubilden."   ZEIT Online: Die "Lindenstraße" wird eingestellt  (frei zugänglich)

Süddeutsche Zeitung: Die Produzenten Hana und Hans W. Geißendörfer reden über das Aus. Für Hana Geißendörfer sei es absurd, „dass diese Entscheidung gerade jetzt kommt, wo unsere Quote wieder steigt. Die ARD hätte über die Jahre durchaus mehr tun können, um unsere Quote zu fördern.“ Und Hans W. Geißendörfer, der Erfinder der Serie ergänzt: „Wir hatten sehr, sehr wenig werbemäßige Unterstützung der ARD. Im Vergleich zu anderen Sendungen kann man sagen: null.“

Die Serie werde auch eingestellt wegen den zu hohen Produktionskosten, heißt es, dazu die Tochter zu den „harten“ Verhandlungen mit dem Sender: „Am Ende waren wir bereit, zum selben Preis wie in der letzten Vertragsperiode zu produzieren. Die Aussage, dass das Aus der Lindenstraße auch mit gestiegenen Produktionskosten begründet sei, ist nicht richtig. Im Gegenteil: Das Budget der Lindenstraße ist seit 2002 nicht gestiegen.“ Der Produzent ergänzt, dass der „durchschnittliche Minutenpreis des 18.50-Uhr-Sendeplatzes in der ARD bei 8750 Euro liege. Die Lindenstraße aber habe darunter gelegen. Seine Produktionsfirma habe in den Verhandlungen auch Bereitschaft gezeigt „zum selben Preis“ weiter zu produzieren wie aktuell „was natürlich einem tatsächlichen Verlust gleichkommt, weil man die Inflation, steigende Löhne und so weiter einrechnen muss“. Die ARD habe sich gewünscht, dass „wir mehrere Millionen im Jahr billiger werden, aber das ist eine utopische Vorstellung.“  "Wir haben nicht damit gerechnet"
(Nicht frei zugänglich)

Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Es gibt einen Generationenabriss, der sich mit dem Selbstverständnis der „Lindenstraße“ nicht verträgt."

Die ARD setzt der „Lindenstraße“ 2020 ein Ende. Der Erfinder der Serie, Hans W. Geißendörfer, ist außer sich. Er hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt schreibt Michael Hanfeld und er verweist u.a. darauf, dass der WDR als produzierender Sender "Mal um Mal" bei der ARD um eine Verlängerung des Produktionsvertrags gekämpft habe, dessen Kosten der Sender nicht allein stemmt. Schon bei der letzten Verlängerung vor drei Jahren habe es "Spitz auf Knopf" gestandenDiesmal gehen sie so ganz

DWDL: Nach 34 Jahren beendet die ARD die "Lindenstraße", 2020 wird die letzte Folge ausgestrahlt. Überhaupt nicht einverstanden sind damit die Produzenten der Serie, Hans W. Geißendörfer und Hana Geißendörfer zeigen sich "bestürzt" und kritisieren die ARD für ihre Entscheidung. Die Produzenten: "Wir sind bestürzt und können nur unser Unverständnis zum Ausdruck bringen, dass die ARD es offenbar nicht mehr als ihren Auftrag sieht, die Serie fortzusetzen, zu deren Kern es gehört, diese Haltung zu vertreten“.  Geißendörfers sind "bestürzt" über "Lindenstraße"-Aus

DWDL: “Die Lindenstraße" ist in ihren Themen und ihren Figuren so vielfältig wie kaum eine andere Serie bei ARD und ZDF. Ihre Einstellung wird daher eine große Lücke hinterlassen. Die Kolumnistin Ulrike Klode hat aufgeschrieben, warum es Pläne für die Zeit nach der "Lindenstraße" geben muss.  Warum die ARD die "Lindenstraßen"-Lücke füllen muss

ZEIT: Seit 33 Jahren, genauer dem 8. Dezember 1985, läuft die Lindenstrasse auf dem Sendeplatz sonntags um 18.50 Uhr. „Ihr Schöpfer Hans W. Geißendörfer schrieb die Ideale der 68er in die Drehbücher: Seid, wer und was ihr sein möchtet! Kämpft für eure Ideale! Knickt nicht ein, wenn die Normen der Gesellschaft Nein sagen.“ Carolin Ströbele in der ZEIT: Die letzte Abendandacht

ZEIT: Nun soll die erste deutsche Soap, die Lindenstraße, enden. Die Zeit zeigt Bilder aus 33 Jahren TV-Geschichte  Panoptikum der großen Fragen
(frei zugänglich)

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