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Presseschau

MeToo: Außensicht eines freien Mitarbeiters auf Wulf-Mathies-Bericht zu sexueller Belästigung im WDR: System flächendeckender scheinselbständiger freier Mitarbeiterschaft

6. November 2018
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Der von Monika Wulf-Mathies am 12. September 2018 vorgelegte Abschlussbericht mit den Ergebnissen ihrer Untersuchungen zu den Fällen sexueller Belästigung im WDR „Mehr als #MeToo“ – Die Verantwortung des WDR als Arbeitgeber“ zeige auf, dass die Entwicklung im WDR in den vergangenen Jahren dazu geführt habe, dass der Sender als Arbeitgeber im Management ein desolates Bild abgibt.

Zu dem Bericht formuliert Hektor Haarkötter von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg Professor für Kommunikationswissenschaft mit Schwerpunkt politische Kommunikation, früher viele Jahre als freier Mitarbeiter für den WDR tätiger seine kritische Außenansicht und formuliert:“ In vielen Programmbereichen wird über 90 Prozent des WDR-Programms von freien Mitarbeitern hergestellt.“ Im Bereich Journalismus, so Haarkötter würde „journalistische Kompetenz..für eine Karriere in der öffentlich-rechtlichen Hierarchie des WDR nahezu keine Rolle“ spielen. Auch moniert er, „dass jeder kleine oder große Redakteur jeder noch so wichtigen oder unwichtigen Sendung im WDR“ seine eigene Personalpolitik betreibe und „ziemlich unkontrolliert darüber“ entscheiden, „welche freien Mitarbeiter welche Beiträge herstellen“.
Er geht noch weiter, und schreibt im Artikel, dass „jeder WDR-Redakteur ziemlich willkürlich und nach Belieben Bekannte, Verwandte, Nachbarn oder Kneipenbekanntschaften als freie Mitarbeiter verdingen“ könne. Aus seiner Sicht wäre es nötig, „das System flächendeckender scheinselbständiger freier Mitarbeiterschaft der eigenen programmprägenden Journalisten zu beenden und deren Tätigkeit in feste Anstellungsverhältnisse zu überführen. Es ist betrüblich, dass dieser wesentliche Punkt im Abschlussbericht der ehemaligen Gewerkschafterin Wulf-Mathies nicht zur Sprache kommt.“ Eine Außensicht: Zum Wulf-Mathies-Bericht über den WDR Machtmissbrauch mit System

Eine weitere „Binnensicht“ auf den Prüfbericht findet sich ebenfalls bei Medienkorrespondenz von Sabine Rollberg, als Redakteurin und Auslandskorrespondentin 38 Jahre lang beim WDR beschäftigt und seit Anfang 2018 in Pension. Rollberg lehrt als Professorin für Künstlerische Fernsehformate an der Kunsthochschule für Medien (KHM) in Köln. Sie fragt sich, ob ein Ausbau der „mittleren Hierarchie“ der Anfang der 90er begann der richtige Weg gewesen sei für den WDR. Vom 31.10.2018: Misstrauen, Neid, Kontrollwahn

(alle frei zugänglich)

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