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Presseschau

Oliver Berben über neue Serien: „Jetzt müssen wir liefern“

10. Oktober 2016
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„Wie macht man Fernsehen, über das alle reden?“ Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung bringt ein Interview mit Oliver Berben über „moderne Erzählformen, neue Anbieter und anspruchsvolle Zuschauer“. Auf die Frage, warum der Wandel hin zu neuartigen Qualitätsserien im Vergleich mit anderen Ländern bei uns „bemerkenswert lange“ gedauert habe, antwortet Berben: „Da haben wir uns bisher schwergetan, weil wir gar keine Plattform hatten. Für wen sollten wir das denn machen? Wir haben diese Form der Sender nicht gehabt. Das ist jetzt anders. Jetzt gibt es Netflix, Amazon, Sky Deutschland, die Spartenprogramme von ARD und ZDF, wo plötzlich solche Sachen möglich werden. Jetzt wird sich zeigen, wie gut wir sind.“ Schaue man sich die viel beachteten seriellen Programme aus den Vereinigten Staaten an, könne man beobachten, dass die Zuschauer nicht vom traditionellen Fernsehen weggegangen seien: „Sondern es sind hauptsächlich Leute, die das Fernsehen noch nie hatte. Für uns ist das erst einmal positiv, weil wir durch die neue Technologie neue Zuschauergruppen generieren. Im traditionellen Bereich haben wir unverändert gute Quoten, auf der anderen Seite haben wir durch die neuen Konsummöglichkeiten neue Gruppen dazubekommen, die vielleicht früher nur Videospiele gespielt haben.“

Es habe sicher Zeiten gegeben, in denen der Mut zum Experiment bei den Produzenten und bei den Sendern zu suchen war, so Berben weiter: „Das hat sich massiv verändert – auch deshalb, weil eine größere Konkurrenz da ist: Das Abonnentenfernsehen oder das Pay-TV ist nicht mehr nur eine Nische. Das ist für uns gut – aber wir müssen auch liefern.“ Man müsse sich immer wieder neu erfinden, wofür brauche man die Sender dann stark: „Das muss ein andauernder Prozess sein. Oft wird es einmal probiert, geht mittelmäßig aus, dann wird gestoppt. So funktioniert das nicht. Das ist ein Gewöhnungsprozess. Sie müssen immer weitermachen, auch nach Misserfolgen“: Jetzt wird sich zeigen, wie gut wir sind (frei zugänglich, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 9.10.2016. S. 53 – Medien)

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