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Presseschau

Selbstverpflichtungserklärung bei investigativen Doku-Formate: Wettbewerbsvorteil für MDR, NDR und RBB

27. Oktober 2017
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„Meine Medienkolumne über die ‚Koalition der Willigen‘ vor drei Wochen schlug einige Wellen“, schreibt Ulrike Simon in ihrer aktuellen Medienkolumne bei Spiegel online. Es sei darin um die Selbstverpflichtung der ARD-Sender MDR, NDR und RBB gegangen, freien Produzenten investigativer Dokumentationen bei möglichen juristischen Auseinandersetzungen künftig finanziell und rechtlich beizustehen. Die sechs anderen ARD-Intendanten und auch das ZDF wälzten die Verantwortung weiterhin an die Produzenten ab. Damit hielten Radio Bremen, der Bayerische, Hessische, Westdeutsche, Saarländische und der Südwestrundfunk an der üblichen Praxis fest: „Die Auftragsproduzenten müssen die Sender vertraglich von allen Haftungsrisiken freistellen. Unterstützung bekommen sie nur im Einzelfall und auch dann erst im Nachhinein.“

Ein Produzent, so Simon weiter, habe ihr erzählt, er überlege sich, mit seinem bisherigen Auftraggeber zu brechen. Er würde künftig lieber mit jenen Sendern arbeiten, die die Vereinbarung mit der Produzentenallianz unterzeichnet haben. Dazu passe, was SWR-Chefredakteur Fritz Frey sagt: „Als Chefredakteur des SWR wünschte ich mir eine einheitliche Position der ARD. Der Slogan der ARD lautet doch ,Wir sind eins‘.“ Stattdessen müsse er nun fürchten, dass ihm künftig die spannendsten und damit heikelsten Stoffe gar nicht erst angeboten werden: „Ich wünsche mir, dass der SWR alles dafür tut, um ein attraktiver Partner zu sein für Produzenten, die mit investigativen Stoffen auf dem Markt unterwegs sind.“ – Unverantwortlich im Sinne des Presserechts

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