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Presseschau

Wirtschaftsminister Gabriel fordert faire Bedingungen für Rechteverteilung zwischen Produzenten und Sendern

10. Februar 2015
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Unter dem Motto „Cinema meets Politics“ hatte die SPD anlässlich der Berlinale in die Parteizentrale zur filmpolitischen Diskussion geladen, berichtet Blickpunkt:Film. Vor dem Austausch habe eine Predigt gestanden, in deren Rahmen Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel der Branche in einigen Punkten die Leviten las. Die öffentlich-rechtlichen Sender hätten beim Thema „Einhaltung von Mindeststandards in der Filmproduktion“ ihr Fett wegbekommen. Es sei nicht akzeptabel, dass sich die öffentlich-rechtlichen Sender – wie er wiederholt von Kreativen höre – in diesem Bereich nicht besser, sondern eher schlechter gerierten als andere Player, habe Gebriel gesagt: „Ich finde es eine Schande, dass prekäre Beschäftigungsverhältnisse dort gang und gebe sind!“ „Faire Bedingungen“ habe der Minister auch mit Blick auf die Rechteverteilung zwischen Produzenten und Sendern eingefordert. „Mit größter Spannung“ seien Ausführungen zu einem anderen Thema erwartet worden: der Verwendung der kurz vor Weihnachten als Förderbeitrag aus dem Bundeswirtschaftsministerium angekündigten zehn Mio. Euro für den deutschen Film und Filmstandort. Wer sich hierzu konkrete Auskünfte erhofft hatte, wurde nicht völlig enttäuscht, offene Fragen seien jedoch geblieben. Offene Fragen hin oder her, bei einer anschließenden Podiumsdiskussion habe Gabriel für seine Initiative uneingeschränktes Lob von Seiten der Produzentenallianz in Person ihres Vorstandsvorsitzenden Alexander Thies erhalten, der es als „große Beruhigung“, bezeichnet habe, dass sich das Bundeswirtschaftsministerium in dieser Form engagiere: Gabriel liest Sendern die Leviten

Der Wirtschaftsminister werde den von 60 auf 50 Millionen gekürzten Deutsche Filmförderfonds (DFFF) aus seinem Etat ausgleichen, schreibt Birgit Güll im Vorwärts. Gabriel habe erklärte, wofür genau das Geld genutzt werden solle: Zum einen würden künftig internationale Koproduktionen verstärkt gefördert. Zum anderen werde Geld in die Förderung hochkarätiger Serien fließen. Eine derartige Subvention gebe es in Deutschland bisher nicht. Dass Gabriel das ändern will, sei bei der Branche auf Zustimmung gestoßen. Auf die Frage, ob die Branche sich auch künftig auf das Geld aus dem Wirtschaftsministerium verlassen könne, habe Gabriel geantwortet: „Das kriegen wir schon hin“, eine dauerhafte Förderung sei geplant: Die SPD, der Film und die Franzosen (frei zugänglich)

Gabriels Zusage an diesem Abend, die Kürzung der Filmförderung von Seiten der Kulturstaatsministerin seinerseits mit Subventionen in Höhe von zehn Millionen Euro aus dem Etat des Bundeswirtschaftsministeriums voll auszugleichen, habe in der Filmgemeinde für Erleichterung gesorgt, schreibt Ulrich Clauß in der Welt. Denn die öffentlich-rechtlichen Sender hierzulande, „ohne die im deutschen Filmgeschäft kaum etwas läuft“, gäben immer mehr Geld für die Altersversorgung ihrer Mitarbeiter und immer weniger fürs Programm aus. Zusätzlich gingen rasante Strukturveränderungen bei der Verwertungskette von Filmproduktionen vor allem auf Kosten der Kreativen. Während die Budgets für Produzenten immer schmaler würden, steige durch die multiple Verwertung in den digitalen Medien die Zahl der Profiteure, ohne dass von den zusätzlichen Erlösen bei den Kreativen genug ankommt. Darüber hinaus seien deutsche Filmproduzenten chronisch unterversorgt, was das Eigenkapital ihrer Gesellschaften angeht. Eine Folge dieser Entwicklungen seien „prekäre Arbeitsverhältnisse“ im deutschen Filmgeschäft, wie es Alexander Thies, Vorsitzender des Produzentenallianz-Gesamtvorstands, der Filmemacher und Oscar-Preisträger Pepe Danquart sowie die Regisseurin und Filmakademievorstandsfrau Connie Walther unisono beklagt hätten: Filmbranche klagt über TTIP und Männerüberschuss (frei zugänglich)

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