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Presseschau

Zukunft des linearen Fernsehens – Intendantin Karola Wille: Multimediahäuser mit crossmedialen Strukturen: „Wo im Kern die Inhalte entscheidend sind.“

10. Oktober 2018
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Im Gespräch mit Karola Wille, Intendantin des MDR äußert sie sich zu der Situation und dem Auftragsvolumen der ARD und des MDR in Mitteldeutschland. Sie betont die Bedeutung der für die Region vor gut fünf Jahren geschaffenen Produzentenwerkstätten, die das unabhängige Produzentenschaffen fördern sollen und als Filmintendantin erklärt Sie, dass gerade auch die Rahmenbedingungen wichtig seien. Dabei verweist Wille auf die „Eckpunkte 2.0“ und sagt: „Da haben wir erstmals mit dem Schichtenmodell in den Eckpunkten einen Meilenstein auf den Weg gebracht.“ Sie betont, dass es ihr wichtig sei „den Produzenten zuzuhören und zu erfahren, was es noch an Klärungsbedarf gibt.“ Wichtig sei es ihr „Impulse für eine vielfältige Produktionslandschaft“ zu setzen.

Zu der Frage nach den Quoten als Richtgeber bei der Programmgestaltung betont die Intendantin, dass „der MDR auch Angebote für alle machen“ müsse und sich daher nicht immer nach „marktwirtschaftlichen Anreizen“ richten könne, sondern andere Kriterien zu beachten hätten. „Das heißt, wir müssen ein Angebot für viele machen und wir müssen auch in solche Angebote investieren, bei denen wir nur wenige erreichen“ so Wille im Artikel in der aktuellen Ausgabe des Filmverbands Sachsen Auslöser (Heft 03/2018, S. 8-14).

Zur Thematik Geschlechtergleichstellung beim MDR seien die Zahlen „in der Gesamtbelegschaft von 49 % Frauen zu 51 % Männer“, Auf der Ebene Redaktionsleitung/Abteilungsleitung zähle sie „40% Frauen zu gut 60 % Männer“ und auf der Führungsebene seien es 30 % Frauen und 70 % Männer. Sie hält fest, dass Gleichstellungsthemen beim MDR „Teil der Unternehmensführung“ seien. In der „Quote für Frauen“ sähe sie allein noch keine Lösung, entscheidend seien „die Rahmenbedingungen“.

Die Entwicklung der Rundfunkveranstalter insgesamt sieht sie „in einem tief greifenden Transformationsprozess“. „Wir alle“ so Wille zu den Medienhäusern resümierend, müssen uns „zu Multimediahäusern entwickeln“…und weiter: „Wo im Kern die Inhalte entscheidend sind.“ Im Rahmen des von ihr skizzierten Umbaus und der digitalen Transformation müsse man: „Stück für Stück finanzielle Mittel als der klassischen linearen Welt in die Internetwelt umschichten. Eben, indem wir uns Effizienzgewinne erschließen und diese in die nonlineare Welt geben. Dass die kein konfliktfreier Prozess ist, ist klar.“

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