14.09.2018

Christian Bräuer fordert: „Was wir brauchen, ist ein Ansatz der das Publikum und den Weg zu ihm mitdenkt.“ - Die traditionelle Auswertung ist kein Auslaufmodell - Eventisierung des Kinos - Kinodürre

Das Kino steht in Deutschland stehe gleichermaßen vor historischen Herausforderungen und doch auch vor einer historischen Chance: Anlässlich der Filmkunstmesse Leipzig berichtet Blickpunkt:Film unter anderem über die Hoffnungen, die sich an das versprochene "Zukunftsprogramm Kino" knüpfen. Im Interview mit Marc Mensch sagt Christian Bräuer, Vorstandsvorsitzender der AG Kino-Gilde zu der deutschen Filmförderung: „Aus meiner Sicht führt der extreme Fokus auf die Produktionsförderung zu einer eklatanten Schieflage. Wir müssen den Blick weiten, Filmförderung von der Stoffentwicklung bis hin zur tatsächlichen Kinoauswertung denken.“ Aus seiner Sicht müsse man sich „viel stärker fragen, für wen und aus welchem Grund man fördert.“  Er sieht in der Grundhaltung einen „verengten“ Blick auf die Filmfinanzierung. Dabei werde ignoriert, dass „oftmals mangelnde Produktqualität und fehlendes Marketing Ursache für ausbleibenden Erfolg sind“ nämlich als „Teil des Problems und nicht Basis für eine Lösung.“

Für Partnerschaften mit Streamingplattformen sieht Bräuer aktuell „kein tragfähiges Modell“.

Auf die Frage nach den Herausforderungen und Möglichkeiten der Kinobetreiber antwortet er u.a.: „In Zeiten unüberschaubarer Angebotsvielfalt und vielfach deutlich zu niedriger Marketingbudgets der Verleiher ist die unmittelbare Aufmerksamkeit vor Ort von entscheidender Bedeutung. Kinobetreiber müssen mehr und mehr Marketingarbeit schultern und in Kommunikationstechnologien investieren.“

Zahlen für das Zukunftsprogramm Kino nennt er im Interview ebenfalls, er schätzt, dass „30 Mio. Euro pro Jahr für fünf Jahre aus dem Haushalt der BKM sicherlich eine angemessene Größe“ wären, dazu kämen eventuelle weitere Gelder aus den Ländern. Jedoch erinnert er daran, dass der geforderte Eigenanteil von 50 Prozent für viele Kinos nicht zu stemmen sei. Bräuer weiter: „Generell darf eine Förderquote von 80 Prozent nicht außer Frage stehen, sonst werden es viele Häuser überhaupt nicht schaffen.“ Das gesamte Interview: "Einen großen Wurf ermöglichen"


(nicht frei zugänglich)


© 2018 Allianz Deutscher Produzenten - Film & Fernsehen e.V.