17.07.2009

Rundfunkgebührenrückgang: Öffentlich-Rechtliche vor Schrumpfungsprozess?

Laut aktuellem GEZ-Jahresbericht habe das Aufkommen an Rundfunkgebühren 2008 bei 7,26 Milliarden Euro gelegen und sei damit 38,4 Mio. Euro hinter dem des Vorjahres geblieben, schreibt Peter Dehn in filmecho/filmwoche (Printausgabe) und zitiert den ARD-Vorsitzenden Peter Boudgoust, der die ARD „vor einem realen Schrumpfungsprozess“ sehe.

Dr. Christoph E. Palmer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Produzentenallianz, sagt filmecho/filmwoche: „Dass unsere öffentlich-rechtlichen Auftraggeber mit sinkenden Einnahmen zu tun haben, ist für die Produzenten angesichts der Wirtschaftskrise nicht ermutigend.“ Allerdings sei der Rückgang um 38,4 Mio. Euro bei Gesamterträgen von 7,26 Milliarden, die die GEZ in ihrem Geschäftsbericht 2008 nenne, „nicht gerade als Einbruch“ zu bezeichnen. Weiter sagte Palmer dem Blatt: „Abgesehen davon: Das Gesamt-Produktionsbudget der Öffentlich-Rechtlichen hat schon seit Jahren nicht mehr zugenommen und stagnierte auch, als das Gebührenaufkommen noch kontinuierlich anstieg.“ Für Palmer seien sinkende Einnahmen der Anstalten und reduzierte Auftragsproduktionen ein Grund mehr, die Regularien zu ändern: „Es wäre sehr seltsam, wenn jetzt der Rückgang um 0,5 % der GEZ-Einnahmen an die Produzenten weitergegeben würde. Gleichwohl müssen wir gemeinsam mit den Sendern auf die sich verändernde Situation reagieren. Wenn sie weniger für eine Produktion bezahlen können, müssen sie uns die Möglichkeit geben, uns anders zu refinanzieren. Deshalb arbeiten wir an der Modernisierung der Terms of Trade mit unseren Auftraggebern. Für die Zukunft ist sicherzustellen, dass Produzenten ihre Werke eigenständig in einem Zweitverwertungsmarkt auswerten können." – Gebührenrückgang nicht ermutigend (filmecho/filmwoche Nr. 29/2009, 17.7.2009, S. 29)


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