Die Produzentenallianz: Entwicklung, Struktur, Aktionsfelder, Ergebnisse

Entwicklung

Die Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen e. V. ist aus den Vorläuferorganisationen Association of German Entertainment Producers (AGEP), Bundesverband Deutscher Fernsehproduzenten und film20 – Interessengemeinschaft Filmproduktion hervorgegangen und hat im März 2008 ihre Arbeit aufgenommen. Im Sommer 2008 kamen Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Neuer Deutscher Spielfilmproduzenten (AG Spielfilm) dazu, im Mai 2009 Mitglieder des Vereins Deutscher Animationsproduzenten (VdAP) und im April 2010 Mitglieder des Verbandes deutscher Post- und Werbefilmproduktionen VDW. Im September 2011 wurde die Sektion Dokumentation gegründet.

Durch die Aufnahme der Unternehmen aus den Vorläuferorganisationen und durch zahlreiche einzelne Beitritte hat sich die Zahl der Produzentenallianz-Mitglieder von knapp 80 bei der Gründung im März 2008 auf über 180 im Juli 2010 mehr als verdoppelt, im Mai 2017 sind es ca. 250 Mitgliederfirmen. Das Ziel, die jahrzehntelang zersplitterte Interessenvertretung deutscher Film- und Fernsehproduzenten zu einigen, kann als annähernd erreicht bezeichnet werden. Die Produzentenallianz kann mit der politischen Wirksamkeit und der organisatorischen Schlagkraft eines Verbandes agieren, der von annähernd der Gesamtheit seiner Branche legitimiert ist.

Auf europäischer Ebene nimmt die Produzentenallianz die Interessen der Produzenten in der Regel in Kooperation mit internationalen Produzentenverbänden wahr. In diesem Rahmen äußern wir uns regelmäßig u.a. zu Fragen des Urheberrechts, der Zulässigkeit von Fördermaßnahmen und des Zusammenwachsens der digitalen Medien. Mittelfristiges Ziel ist es, eine dauerhafte Präsenz in Brüssel sicherzustellen.

Repräsentanten der Produzentenallianz wirken in maßgeblichen nationalen und internationalen Gremien mit, unter anderem bei der Filmförderungsanstalt und der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft.

Struktur

Die unterschiedlichen Tätigkeitsfelder der Produzenten spiegeln sich in der Struktur der Produzentenallianz. Sie besteht aus sechs Sektionen: Kino für Produzenten von Kinospielfilmen, TV für Produzenten von fiktionalen Fernsehfilmen und -serien, Entertainment für Produzenten von TV-Reality- und -Showformaten, Animation für Produzenten von Animationsfilmen und -serien, Werbung für Werbefilmproduzenten und Dokumentation für Produzenten von Dokumentarfilmen..

Jede der Sektionen hat einen Sektionsleiter und einen ehrenamtlichen Sektionsvorstand. Der Gesamtvorstand besteht als – nach der Gesamt-Mitgliederversammlung – maßgebliches Gremium der Produzentenallianz aus Mitgliedern der Sektionsvorstände und von der Mitgliederversammlung gewählten Vertretern. Die Sektionen Kino und TV werden über die Münchener Geschäftsstelle betreut, die Sektionen Animation, Dokumentation, Entertainment und Werbung über die Hauptgeschäftsstelle in Berlin, wo auch der Geschäftsführer seinen Sitz hat.

Sektionsübergreifend werden Querschnittszu­ständig­keiten für Sachthemen bei Direk­toren gebündelt, deren Expertise arbeitsteilig allen Mitgliedsfirmen zur Verfügung steht.

Aktionsfelder

Die Aktivitäten der Produzentenallianz erstrecken sich auf alle für Film- und Fernsehproduzenten relevanten Ebenen von Politik und Verwaltung, in der Interessenvertretung gegenüber Verwertern, Tarifpartnern und allen Körperschaften der Medien- und Kulturwirtschaft bis hin zur Evaluation belastbarer volkswirtschaftlicher Kennzahlen der Film- und Fernsehwirtschaft, Themen der Aus- und Weiterbildung und der Entwicklung von Serviceangeboten für die Mitglieder.

Ergebnisse

Im politisch-administrativen Bereich konnte die Produzentenallianz zur Bundestagswahl 2009 elementare Fragen der Film- und TV-Wirtschaft thematisieren, die im Koalitionsvertrag formuliert wurden, der die Regierungsarbeit in der laufenden Legislaturperiode bestimmt. Die Modernisierung der Terms of Trade mit auftraggebenden Fernsehsendern hat mit der ARD-Eckpunktevereinbarung eine neue Qualität erreicht. Mit dem Abschluss eines neuen Tarifvertrags für Film- und Fernsehschaffende gelten auch für die Produzenten vertretbare neue und flexible Arbeitszeitregelungen.

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