Aktionsplan 2017

Der Gesamtvorstand der Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen e.V. hat nach der Bewertung des Erreichten in den vergangenen Jahren am 08.02.2017 diesen zehnten Aktionsplan beschlossen. Der Aktionsplan 2017 stellt die Leitlinien der Verbandsarbeit für das Jahr 2017 dar und setzt sich aus den in vergangenen Jahren begonnenen sowie neuen Initiativen zusammen.

I. Gesetzgebung, Politik und Interessenvertretung

Die Produzentenallianz hat im Bereich der Interessenvertretung zum Ziel, auch in 2017 als maßgeblicher und umfassender Produzentenverband der zentrale Ansprechpartner für Politik und Verwaltung zu sein. Dabei sollen die verschiedenen Initiativen aller sechs Sektionen weiter vorangebracht werden. Zudem sollen verstärkt auch Nachwuchsproduzenten in die Verbandsarbeit integriert werden. Auch künftig wird die Produzentenallianz ihr Engagement in der für Rundfunk- und Medienfragen zuständigen Landespolitik aufrechterhalten. Insbesondere der Kontakt zu den Gremien der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten soll intensiviert werden, um deren Mitglieder für die Anliegen der deutschen Produktionswirtschaft zu sensibilisieren.

Filmförderung im Bund und in den Ländern / FFG 2017

Nach der Novellierung des FFG geht es in 2017 darum, die Gestaltungsspielräume, die das neue FFG mit sich bringt, zu nutzen und für eine entsprechende Umsetzung in den Richtlinien zu sorgen. Eine Reihe von Vertretern der Produzentenallianz wurde zu Beginn des Jahres in die Vergabekommissionen gewählt, die nun die Richtung mitbestimmen werden, die die Förderung durch die FFA in den nächsten Jahren nehmen wird. Unverändert Klärungsbedarf besteht bei der weiterhin in den Bescheiden des DFFF geforderte Berücksichtigung der Bundeshaushaltsordnung, die für Produktionsprozesse einfach nicht praktikabel ist. Auch eine Abstimmung der BKM Filmförderung mit den Zielen der FFA Förderung bleibt weiterhin auf der Tagesordnung.

Verwertungsgesellschaften

Im Jahr 2016 trat das neue Verwertungsgesellschaftengesetz (VGG) in Kraft, welches insbesondere hohe Transparenzanforderungen an die Verwertungsgesellschaften stellt. Auch wird Vereinigungen und Verbänden, die maßgebliche Rechteinhaber vertreten, ein Anspruch auf Teilhabe an den Mitgliederhauptversammlungen eingeräumt. Die Produzentenallianz gewährleistet, dass auch künftig ihr Einfluss bei der VFF entsprechend umgesetzt wird, indem sie 25% der Gesellschaftsanteile erworben hat. Auch werden wir Beteiligungsmöglichkeiten bei anderen Verwertungsgesellschaften, die Rechte unserer Mitglieder wahrnehmen, prüfen. Für den neuen Koalitionsvertrag werden wir uns nachdrücklich dafür aussprechen, dass mit der Sicherheitsleitung und weiteren Verbesserungen bei der privaten Kopie ein effektives Instrument geschaffen wird, um die berechtigten Interessen der Mitglieder der Produzentenallianz auf Teilhabe an den Zweitverwertungsrechten sicherzustellen.

Urhebervertragsrecht

Das neue Urhebervertragsrecht wurde Ende Dezember 2016 verabschiedet. Wir werden hierzu Fortbildungsveranstaltungen anbieten, bei denen auch die Notwendigkeiten zur Anpassung von Verträgen in der Folge der gesetzlichen Neuregelung Thema sein wird. Folge des neuen Gesetzes wird es sein, dass den Verhandlungen von Gemeinsamen Vergütungsregeln und Tarifverträgen künftig noch größere Bedeutung zukommen wird.

Providerhaftung

Unseren intensiven Dialog mit der Politik werden wir fortsetzen, um eine Implementierung geeigneter und wirksamer Maßnahmen zur effektiven und nachhaltigen Eindämmung von Urheberrechtsverletzungen im Internet zu erwirken. Rechtsdurchsetzung wird weiter ein zentrales Thema unserer Arbeit sein. Dabei stehen solche Maßnahmen im Vordergrund, die sich gegen an Urheberrechtsverletzungen beteiligte Dritte wie insbesondere Host- und Zugangsprovider sowie professionelle Anbieter (Uploader/Betreiber illegaler Websites) richten. Der von der Koalition angekündigten Anpassung der Haftung von Betreibern offener WLANs sehen wir mit der Erwartung entgegen, dass auch in diesem Bereich ein Interessenausgleich herbeigeführt und das berechtigte Interesse der Rechteinhaber an einem wirksamen Schutz vor Urheberrechtsverletzungen angemessen berücksichtigt wird. Wir gehen davon aus, dass die Koalition zeitgleich die ebenfalls im Koalitionsvertrag angekündigte Verschärfung der Haftung solcher Hostprovider umsetzt, deren Geschäftsmodell auf der Verletzung von Urheberrechten beruht. Der im Rahmen des Forums der Rechteinhaber erarbeitete und der Politik vorgelegte umfassende Regelungsvorschlag für eine sachgerechte Anpassung der Providerhaftung wird weiterhin Grundlage unserer Arbeit und unseres Dialogs mit der Politik sein. Die in ihm festgeschriebenen Ansätze werden wir in dem bevorstehenden Gesetzgebungsverfahren weiter verfolgen.

Digitale Agenda

Die Produzentenallianz wird sich in die Konkretisierung der von der Bundesregierung vorgestellten Digitalen Agenda einbringen und gemeinsam mit den Partnern aus den anderen Branchen dafür eintreten, dass die Interessen der Content-Industrie ihrem Stellenwert entsprechend berücksichtigt werden.

Tax Incentives

Die deutschen Förderinstrumente für audiovisuelle Produktionen sind in den letzten Jahren gegenüber dem europäischen Ausland (z.B. Great Britain, Frankreich, Italien, Irland, Belgien, Tschechische Republik, Ungarn) und internationalen Produktionsstandorten wie z.B. Kanada ins Hintertreffen geraten, wenig konsistent und zersplittert. Dadurch gehen der deutschen Produktionswirtschaft jedes Jahr viele Millionen an möglichem Umsatz verloren. Das erscheint auch haushaltsrechtlich wenig sinnvoll, da bereits wiederholt nachgewiesen wurde, dass durch jeden Euro, der eingesetzt wird, um ansonsten im Ausland stattfindende Produktionen nach Deutschland zu holen oder in Deutschland zu halten, ein Mehrfaches an Steuereinkommen erzielt werden kann. Wir setzen uns deshalb dafür ein, dass auch Deutschland eine automatische, steuerbasierte Investitionszulage (oder einen Tax Credit oder Tax Rebate) für in Deutschland stattfindende audiovisuelle Produktionen einführt oder aber die Mittel des DFFF und des GMPF substantiell aufstockt. Das neue Förderinstrumentarium sollte, um international wettbewerbsfähig zu sein, im Volumen nicht begrenzt sein und für alle Formen des audiovisuellen Schaffens (Kinofilm, Event-TV-Produktionen und hochwertige internationale Serien, Animations-Produktionen und VFX) zur Verfügung stehen. Der Höhe nach sollte sich diese Förderung an dem orientieren, was heute in den europäischen Nachbarstaaten an Förderung gewährt wird. Im Wahljahr 2017 werden wir bemüht sein, zu erreichen, dass die Erkenntnis von der Notwendigkeit einer solchen verbesserten Förderung der creative industries auch Eingang in die Wahlprogramme der Parteien findet.

Bund-Länder Kommission

Die Bund-Länder-Kommission zur Medienkonvergenz hat im Dezember 2015 einen Zwischenbericht der fünf Arbeitsgruppen vorgelegt. Die Produzentenallianz wird den Prozess der Bund-Länder-Kommission weiterhin eng begleiten.

Regulierung auf EU-Ebene / Vertretung in Brüssel

Zusammen mit anderen Verbänden der deutschen Filmbranche und vor allem der SPIO wollen wir die geplante gemeinsame Vertretung in Brüssel mit Leben erfüllen. Die gemeinsame EU-Beauftragte von SPIO und FFA hat Anfang 2016 ihre Arbeit aufgenommen. Gleichzeitig werden wir unsere Positionen über die internationalen Produzentenverbände vortragen. Auch wenn uns aufgrund der finanziellen Situation enge Grenzen gesetzt sind, werden wir in jedem Fall die Entwicklungen in Brüssel im Rahmen der geplanten Umsetzung der Digital Agenda und des Urheberrechtspakets, das im September 2016 als Entwurf vorgelegt wurde, sehr genau beobachten und auch wiederum dezidiert Stellung nehmen. Wichtige Themen, die auch die Grundlage der Vertragsgestaltung der Produzenten betreffen, sind u.a. multiterritoriale Lizenzen, das drohende Verbot des Geoblocking, die Portabilität, die von der Kommission befürwortete Ausweitung der Grundsätze der Kabel- und Satelliten-Richtlinie auf VoD-Dienste, ein europäisches Urhebervertragsrecht und erweiterte Schrankenregelungen.

II. Verbesserungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen im Verhältnis zu TV-Sendern

On-Demand-Regelungen im Rundfunkstaatsvertrag

Die Produzentenallianz wird sich dafür einsetzen, dass die gesetzlichen Regelungen zu den Mediatheken öffentlich-rechtlicher Fernsehveranstalter zugunsten der Produzenten verbessert werden. Bei Auftragsproduktionen sollte die Verweildauer verkürzt werden, um Marktmodelle zu ermöglichen. Soweit dies nicht möglich ist, sollten Modelle für eine angemessene und nutzungsabhängige Vergütung der Mediatheken-Rechte gefunden werden. Das Verbot, Lizenzproduktionen in Mediatheken auszuwerten, sollte auf Koproduktionen erweitert werden.

Verwendung der Mehreinnahmen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

Die Produzentenallianz wird nachhaltig bei den Ministerpräsidenten der Länder dafür werben, die Mehreinnahmen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gezielt in die Verbesserung der Qualität des Programmes zu investieren und im Interesse von Kreativen und Produzenten deutlich machen, dass das über Jahre festzustellende Einfrieren von Budgets der deutschen Film- und Fernsehproduktionswirtschaft zwischenzeitlich nachhaltig schadet. Zudem wird die Produzentenallianz auch in Gesprächen mit der KEF für eine Berücksichtigung der Mittel der rundfunkspezifischen Teuerungsrate (2,01% p.a.) in den Produktionsbudgets eintreten.

Werbeverbot

Nach wie vor stellt sich die Produzentenallianz im Sinne einer ordnungspolitisch transparenten und liberalen Wirtschaftsordnung entschieden gegen weitere Werbeverbote bzw. Werbeeinschränkungen und vertritt damit die gleiche Position wie die öffentlich-rechtlichen Sender.

III. Verhandlungen mit öffentlich-rechtlichen TV-Sendern

Eckpunkte mit den öffentlich-rechtlichen Sendern

Parallel zu den Bemühungen um eine Verbesserung der gesetzlichen Ausgangspositionen werden die Gespräche mit ARD und ZDF fortgesetzt. Während bei der ARD nach dem gemeinsam erreichten Durchbruch mit den neuen Eckpunkten der Schwerpunkt in der Erlösbeteiligungsregelung liegen wird, geht es beim ZDF um die sachgerechte Umsetzung der neuen Eckpunkte.

Der mit dem ARD-Jahresgespräch am 1.12.2016 aufgenommene Austausch zu Anwendungsfragen der ARD-Eckpunkte 2.0 wird fortgesetzt. Neben einem Austausch über die Wirksamkeit des Schichtenmodells wurde insbesondere der Evaluierungsprozess für die Erlösbeteiligung eingeleitet. In 2017 sollen in Arbeitsgruppen Regelungen für die Abrechnungsfragen der Erlösbeteiligungsregelung weiter präzisiert werden.

Das Prämienmodell der ARD führte erstmals im Jahr 2017 zu konkreten Ergebnissen. Die in den sieben Kategorien des Prämien- bzw. Leistungsmodells jeweils 10 prämierten Firmen wurden am 02.02.2017 von der ARD öffentlich verkündet und gewürdigt. Die Produzentenallianz wird den Prozess der Bepunktung für das Prämienmodell weiterhin eng begleiten.

Transparenz bei öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern

Nachdem 2013 die „Leitlinien für die Zusammenarbeit zwischen den ARD-Landesrundfunkanstalten und den Produzenten“ vereinbart werden konnten, folgte 2014 der Abschluss der „Eckpunkte für die Transparenz der Zusammenarbeit“ mit dem ZDF. Seit 2014 veröffentlich die ARD übergreifend sowie teilweise auch einzelne Rundfunkanstalten Produzentenberichte mit Angaben zum Programmaufwand differenziert nach Produktionsart, Genre und wirtschaftlicher Verflechtung. Seitens des ZDF wurde trotz mehrfacher Anmahnung durch die Produzentenallianz bisher kein vergleichbarer Produzentenbericht veröffentlicht. Zudem liegen von beiden Sendern keine Angaben über Eigenproduktionen vor. Die Produzentenallianz wird sich daher der Thematik Transparenz bei ARD und ZDF auch 2017 eingehend widmen.

Kino-Koproduktionen

Für Kino-Koproduktionen hatten wir in 2015 mit ARD und ZDF als Übergangsregelung neue Eckpunkte abgeschlossen. Diese stellten eine Verbesserung gegenüber den bisherigen Regelungen dar, blieben jedoch gleichwohl unbefriedigend, so dass wir sie zum Ende des Jahres 2016 gekündigt haben. Inzwischen hat eine erste neue Verhandlungsrunde stattgefunden. Um hier fundiert argumentieren zu können, sind wir derzeit damit befasst, zu ermitteln, wie hoch denn im Regelfall die Beteiligungen von ARD und ZDF an Kino-Co-Produktionen sind. Hierfür sind wir auf die Mitarbeit unserer Mitglieder angewiesen.

Terms of Trade Kinder- und Animationsfilm

Im Jahr 2016 wird sich die Produzentenallianz weiterhin für eine Stärkung der Produktion von Kinder- und Animationsprogrammen in Deutschland einsetzen. Für die Produzentenallianz gilt es, ARD, ZDF, KiKA und private Sender zu einer Erhöhung der Mittelbereitstellung für Kino- und Fernseh-Koproduktionen und Lizenzeinkäufe von Produktionen, die unter Einbeziehung von deutschen Produzenten realisiert werden, zu bewegen. Der Kinder- und Animationsfilm muss weiterhin auch im Ersten Programm der ARD stattfinden. Koproduktionen sollen von den Sendern jeweils nur unter Einbeziehung auch eines deutschen Produzenten realisiert werden. Frau Prof. Wille hat ein Gespräch speziell zu Animationsproduktionen zugesagt. Parallel treiben wir die Planungen für das Projekt „animation germany“ voran. Unter diesem Logo sollen die gemeinsamen Aktivitäten der Animationsbranche vor allem im internationalen Bereich zusammengefasst und eine kontinuierliche und konsistente Stärkung des internationalen Auftritts deutscher Animationsproduzenten erreicht werden.

Haftungsverteilung bei investigativen Formaten, Verbraucherinformationen, Produktbewertungen

Investigativer Journalismus ist eine wichtige Säule unseres Gemeinwesens und gewinnt auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk – erfreulicherweise – an Bedeutung. Während in der Vergangenheit juristische Schritte der „Protagonisten“ eher selten waren, nehmen seit einiger Zeit Klagen bzw. die Androhung juristischer Schritte gegen Sender und Produzenten zu. Auch wenn diese Klagen bzw. Drohungen oft nicht erfolgreich sind, sind Produzenten und Sender zunehmend einem hohen Zahlungsrisiko ausgesetzt. Da sich dieses Risiko meist nicht versichern lässt und auch nicht durch HU und Gewinn einer Produktion abgedeckt wird, kann ein solches realisiertes Risiko ausreichen, einen Produzenten in den wirtschaftlichen Ruin zu treiben - selbst wenn er alle anerkannten journalistischen Grundsätze eingehalten hat. Daher ist es erforderlich, eine Vereinbarungen zwischen Produzenten und Sender zu schließen, in welcher die Risiken angemessen aufgeteilt werden, so dass es den Produzenten weiterhin erlaubt ist, im Auftrag der Sender investigative Produktionen herzustellen. Dies dient einerseits der Absicherung der Produzenten und andererseits dem journalistischen Profil der Sender.

IV. Gespräche mit privaten TV-Sendern

Mangels gesetzlicher Verpflichtung ist es nach wie vor schwierig, mit den privaten Sendern Gespräche über „Terms of Trade“ zu führen. Die Sektion Entertainment hatte deshalb 2015 angeregt, Kamingespräche zu führen, um das gegenseitige Verständnis beider Seiten zu fördern. Diese wurden 2016 fortgeführt. In 2017 ist es Ziel der Produzentenallianz offizielle Terms-of-Trade-Gespräche mit den privaten Sendern aufzunehmen. Die Produzentenallianz wird sich dabei zum Beispiel für eine vertraglich verankerte Produzentenbindung wie in den ARD- und ZDF-Eckpunkten werben. Auch die privaten Sender hatten mitgeteilt, sie würden sich an unsere „7 Grundsätze für einen guten Pitch“ halten. Es soll beobachtet werden, ob dies zutrifft.

Verbesserung der Auftragslage der deutschen Produzenten

Es gibt die Tendenz einzelner privater TV-Sender, ihr Investment in deutsche Film- und TV-Produktionen deutlich zurückzufahren und stattdessen Lizenzware aus Übersee auszustrahlen. Das Investitionsvolumen geht zurück und beschränkt sich auf immer weniger Produktionsfirmen. Diese Tendenz führt mittelfristig zu einer Ausdünnung und Verarmung der deutschen Produzentenlandschaft. Gleichzeitig sind deutsche Vollprogramme jedoch dazu verpflichtet, mindestens die Hälfte ihrer Sendezeit, die nicht aus Werbung, Sport und Laufbildern besteht, mit Programmen europäischer (und damit auch deutscher) Produktionsunternehmen zu bestücken.

Die Produzentenallianz wird versuchen, in direkten Gesprächen, die Senderverantwortlichen an ihre Verpflichtungen aus dem Rundfunkstaatsvertrag zu erinnern. Das Lobbying für die Beibehaltung der Quoten-Vorgaben auf europäischer und deutscher Ebene wird fortgeführt.

Produzentenberichte der privaten Sender

In Rücksprache und Zusammenarbeit mit den Landesmedienanstalten soll darauf hingewirkt werden, dass auch die privaten Sender (auf freiwilliger Basis) einen Produzentenbericht veröffentlichen. Solange dies nicht der Fall ist, soll eine Neuauflage der 2013 durchgeführten TV-Programmanalyse durchgeführt werden. Hierin sollen Sendeslots dahingehend untersucht werden, ob und in welchem Ausmaß deutsches Programm durch ausländisches Lizenzmaterial substituiert wurde.

V. Tarifverträge und Gemeinsame Vergütungsregeln und KSK

Gemeinsame Vergütungsregelungen ARD/BVR

Im ersten Halbjahr 2017 wird sich entscheiden, ob die Verhandlungen für gemeinsame Vergütungsregelungen mit dem Regieverband für fiktionale Produktionen der ARD zu einem positiven Ergebnis geführt werden können. Das Mediationsverfahren unter Leitung von Dr. Ole Jani wird hierzu unter Beteiligung der Produzentenallianz schon seit Januar 2016 durchgeführt.

Tarifverhandlungen/Gemeinsame Vergütungsregeln

Die Verhandlungen mit dem VDD für die Bereiche Kino- wie auch Fernsehproduktion sollen zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden. Dabei wird die Produzentenallianz darauf achten, dass die Interessen der Produktionswirtschaft ebenso wie die finanziellen Möglichkeiten Berücksichtigung finden.

Fortgeführt wird auch die sogenannte Branchenlösung von ARD/PA mit ver.di und zahlreichen Berufsverbänden.

Ergänzungstarifvertrag Fernsehen

Der Ergänzungstarifvertrag Fernsehen mit ver.di wird auch in diesem Jahr mit dem Ziel weiter zu verhandeln sein, zu Lasten der Produktionsunternehmen Beteiligungen der Urheber (nur) aus Erlösen zu vereinbaren, die der Produzent aus eigener Verwertung erzielt. Hierzu finden seit Sommer 2016 mit Ver.di, dem BFFS (Schauspielerverband) und weiteren Verbänden trilaterale Verhandlungen einschließlich der ARD statt, die sich als durchaus komplex erweisen.

Neuverhandlung der Vergütungsregelung mit dem VDD

Nachdem der VDD im Jahr 2015 die trilaterale Vergütungsregelung mit ZDF/Produzentenallianz gekündigt hat und über die Wirksamkeit dieser Kündigung Dissens bestand, wurden in 2016 die Verhandlungen über eine Neufassung der Vergütungsregelung für Autoren beim ZDF im fiktionalen und seriellen Bereich wieder aufgenommen. Die Produzentenallianz wird dabei wie in der Vergangenheit darauf achten, dass die gefunden Vergütungen marktkonform sind und für teilfinanzierte Auftragsproduktionen handhabbar bleiben.

Arbeits- und Sozialrecht (z.B. bei Statusfeststellung, KSK-Mitgliedschaft)

Die Produzentenallianz wird sich dafür einsetzen, dass im Arbeits- und Sozialrecht die Besonderheiten der Film- und Fernsehbranche stärker Berücksichtigung finden.

VI. Verbesserung der Filmförderung in Bund und Ländern

Deutscher Filmförderfonds (DFFF)

Die Produzentenallianz hat sich mit Nachdruck dafür eingesetzt, dass das Erfolgsmodell DFFF auch über 2014 hinaus mindestens in Höhe EUR 60 Mio., besser 70 Mio. weitergeführt und inhaltlich/strukturell konstant weiterentwickelt wird. Auch für 2016 ist dies nicht gelungen, sondern es standen erneut nur EUR 50 Mio. zur Verfügung. Immer deutlich erweist sich, dass die Begrenzung der Mittel, die Kappungsgrenzen, die relativ geringe prozentuale Förderhöhe und die Planungsunsicherheit das ursprüngliche Erfolgsmodell des DFFF im internationalen Vergleich schlecht aussehen lassen. Wir setzen uns deshalb gerade in diesem Wahljahr für eine deutliche Ausweitung des DFFF oder alternativ für die Einführung eines steuerbasierten Fördersystems ein, wodurch eine konsistente Förderpolitik möglich würde, die Deutschland wieder als bedeutenden Produktionsstandort etablieren könnte.

German Motion Picture Fund (GMPF) des BMWi

Auch die High-End-Förderung für Serienprogramme und die Zusatzförderung für große internationale Kinofilme durch das neue German Motion Picture Programm des BMWi ist mit deutlich zu geringen Mitteln ausgestattet. Auch sind die Antragskriterien unzureichend, da sie deutsche Produktionen praktisch von der Förderung ausschließen.

Förderung der BKM für den kulturell bedeutsamen Kinofilm

Im Rahmen der Richtlinien des 2016 um EUR 15 Mio. erweiterten Fördertopfes des BKM ist für ein schlankes Vergabeverfahren Sorge zu tragen und Vorkehrung dafür zu treffen, dass keine falschen Gegensätze zwischen dem „künstlerisch wertvollen“ Film und Filmen, denen es gelingt, auch die vielfältigen Interessen des Publikums zu bedienen, aufgebaut werden.

Implementierung einer Förderung für High-End-Serien

Vor dem Hintergrund der Stärkung der europäischen Programmwirtschaft müssen über den GMPF hinaus Fördermaßnahmen implementiert werden, mit denen deutsche Themen in Serien aufbereitet werden, die internationale Erfolgschancen genießen. Dabei sind zum einen die jugendliche Zielgruppe und die digitalen Verbreitungsplattformen im Auge zu behalten, zum anderen der kulturpolitische Aspekt.

Verfahrenserleichterungen bei Mehrfachförderungen

Bei der Förderung von Produktionen durch mehrere Länder- und Bundesförderungen führt die Prüfung der Herstellungskosten durch verschiedene Förderer weiterhin zu einem erheblichen Zusatzaufwand. Hier wollen wir dafür sorgen, dass eine Konzentration auf eine Prüfung erfolgt.

Länderförderungen

Die Produzentenallianz wird darauf hinwirken, dass die finanzielle Ausstattung der Fördereinrichtungen in den Ländern gesichert und maßvoll weiterentwickelt sowie bereits erfolgte Kürzungen revidiert werden. Die Förderregelungen in den einzelnen Ländern sollen weiter harmonisiert und administrative Hindernisse beseitigt werden. Zum Ausgleich bestehender Marktdefizite soll auch die gezielte Entwicklung neuer Förderprogramme unterstützt werden.

Evaluierung der Pilot-Förderprogramme

Auf Initiative der Sektion Entertainment unterstützt die Film- und Medienstiftung NRW seit 2012 die Entwicklung von innovativen TV-Formaten in den Genres Entertainment, Comedy, Serien, Show und Talk. Das Förderprogramm richtet sich vor allem an junge Formatentwickler und Produzenten aus NRW. Seit 2014 gibt es ein ähnliches Förderformat auch beim medienboard Berlin-Brandenburg, das mittlerweile im Förderprogramm „Serielle Formate“ aufgegangen ist. Die Produzentenallianz wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass neben fiktionalen und dokumentarischen Produktionen auch die Entwicklung innovativer TV-Formate in Deutschland Fördergegenstand bleibt.

VII. Forschung

Zur regelmäßigen Forschung gehören die jährliche „Herbstumfrage“ unter den Mitgliedern, Kino- und TV-Programmanalysen, die Evaluation von Eckpunktevereinbarungen, die Beratung der Mitglieder und die individuelle Bereitstellung von Informationen und Dokumenten sowie die kontinuierliche Begleitung der Senderverhandlungen und des Lobbying bei Gesetzesnovellierungen durch die Lieferung von Daten, Fakten und Expertise. In der 2016 etablierten Wissenschaftsreihe Zahlen | Fakten | Trends, in der für die Mitglieder zu ausgewählten aktuellen Veröffentlichungen, wie z.B. dem letzten KEF-Bericht, die Essentials zusammengefasst werden, erscheinen auch 2017 neue Beiträge.

Die Forschung wird durch den Wissenschaftlichen Direktor der Produzentenallianz in Zusammenarbeit mit der Hamburg Media School (HMS) im „Forschungs- und Kompetenzzentrum Audiovisuelle Produktion“ (FoKo) durchgeführt.

VIII. PAIQ Produzentenallianz Initiative für Qualifikation /Ausbildung und Nachwuchsförderung

Volontariate für Audiovisuelle Produktion und Entertainment

Über 100 Teilnehmer haben in den letzten vier Jahren die Ausbildungsprogramme der PAIQ, die einzigen strukturierten Volontariate in der deutschen Produktionswirtschaft, erfolgreich absolviert. Die erfolgreichen Volontariatsprogramme E!Volo in Köln und AV!Volo an den Standorten München und Berlin werden 2017 im zweiten bzw. vierten Jahrgang fortgeführt. Während das Volontariat für Audiovisuelle Produktion genreübergreifende Kenntnisse und Fertigkeiten für die Produktion von Programmen für Fernsehen, Kino und Werbung vermittelt, ist das Entertainment-Volontariat speziell auf die Produktion non-fiktionaler TV-Unterhaltungsprogramme zugeschnitten. Konzipiert, organisiert und durchgeführt werden die Volontariatsprogramme von PAIQ Produzentenallianz Initiative für Qualifikation UG, die 2015 als Tochterunternehmen der Allianz Deutscher Produzenten - Film und Fernsehen gegründet.

Die PAIQ plant mittelfristig ihr bestehendes Angebot hinsichtlich Teilnehmerzahlen und Turnus zu stabilisieren und ihr Ausbildungsportfolio um weitere Programme zu erweitern. Es sollen Gespräche mit entsprechenden Fachleuten im Rahmen der Konzeptionierungsphase stattfinden sowie eine Bedarfsanalyse durchgeführt werden. Darüber hinaus regt die Sektion Entertainment an, über die bestehenden Hospitationskooperationen hinaus, Aus- und Fortbildungsinitiativen mit TV-Sendern zu entwickeln. Ein weiterer Fokus soll im Bereich PR und Marketing liegen sowie in dem verstärkten Netzwerkaufbau, z.B. in Form eines Alumni-Netzwerks und eines Matchmaking-Netzwerks zwischen Produktionsunternehmen und potenziellen Bewerbern.

Veranstaltungen und Workshops

Durch informative Veranstaltungen und Workshops werden wir auch 2017 Mehrwerte für unsere Mitglieder generieren. Es sollen wiederum mindestens zwei Workshops zu aktuellen, praktisch relevanten Themen angeboten werden. Wie in der Vergangenheit wird sich die PAIQ an der Entwicklung und Umsetzung interner Workshops für die Mitglieder der Produzentenallianz beteiligen.

IX. Produzentenallianz Services / Mitgliederservice

Als Tochtergesellschaft der Produzentenallianz bietet die Produzentenallianz Services GmbH (PSG) auch 2017 wieder Beratungsleistungen, Projekt- und Veranstaltungsmanagement sowie Empfehlungen für produktionsrelevante Dienstleistungen. Hierzu gehören verbesserte Serviceleistungen und Sonderkonditionen beispielsweise bei Travelmanagement, Filmservices, Festivals und Events sowie vielen weiteren Dienstleistungen, Konsum- und Produktionsgütern. Die Kommunikation mittels des Servicetickers sowie die Servicepartnerschaften fanden auch in 2016 eine hervorragende Resonanz und sollen daher stetig weiter ausgebaut werden. Darüber hinaus begleitet die Produzentenallianz Services weiterhin organisatorisch und beratend die Veranstaltungen der Produzentenallianz und setzt zudem eigene Workshops und Veranstaltungen um. Mit dem Freundeskreis der Produzentenallianz bietet die Produzentenallianz Services interessierten Firmen und Privatpersonen die Möglichkeit, sich mit der Film- und Fernsehbranche Deutschlands zu vernetzen. Aufgrund der steigenden Beliebtheit dieses exklusiven Kreises wird es auch 2017 wieder eine Vielzahl an Veranstaltungen wie beispielsweise Premieren, Podiumssitzungen und exklusive Empfänge für die Freunde der Produzentenallianz geben.

X. Werbefilmproduktion

Umgang mit Pitches als aktueller Trend bei der Auftragsvergabe

Auch im Jahr 2017 wird die Sektion Werbung die seit 2014 praktizierte Pitches-Analyse fortführen, Gespräche mit Agenturen und Kunden führen, um Verbesserungen für die Mitglieder zu erreichen.

Deutsche Werbefilmakademie: Deutscher Werbefilmpreis und Förderpreis

Die Sektion Werbung wird auch in 2017 den DWP und Förderpreis mit angepassten Reglements durchführen.

Digitale Standards

Die Tätigkeit der Arbeitsgruppe wird in 2017 fortgesetzt.

XI. Sektion Animation

Generell sollte die Förderung von VFX Arbeiten mit dem Realfilm-Dreh gleichgestellt werden. Gerade in diesem Bereich ist eine wirksame Förderung essentiell, um die vielen, in Deutschland gut ausgebildeten Talente im Land halten zu können.

Das jährlich veranstaltete Animated Dinner, das erstmals im Frühjahr 2014 zum Animation Production Day in Stuttgart stattgefunden hat und zu dem die Mitglieder der Sektion und ausgewählte Vertreter von Sendern und VoD Anbietern zum Gedankenaustausch im kleinen Kreis eingeladen waren, soll auch in 2017 stattfinden.

Für das Cartoon Forum im September in Toulouse planen wir eine weitere Veranstaltung unter dem Titel „European Alliances“ diesmal mit dem Schwerpunkt Italien/Südtirol.

Mit dem von uns in maßgeblicher Initiative von Tania Reichert-Facilides entwickelten Konzept von „animation germany“ sollen die internationalen Aktivitäten der Animationsbranche bei den Veranstaltungen Cartoon Movie, Cartoon Forum und animation production day aufeinander abgestimmt werden und über das Jahr hinweg eine Begleitung für internationale Co-Produktionsprojekte angeboten werden. Zudem soll das neue Logo von „animation germany“ zu einer größeren Visibilität der aus Deutschland stammenden Animationsproduktionen führen.

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