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Presseschau

Nur grundsätzliche Unterstützung des Artikel 13 des geplanten EU-Urheberrechtsgesetzes: YouTube-Chefin Susan Wojcicki warnt erneut vor dramatischen Konsequenzen durch die aktuelle Fassung

15. November 2018
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In der Diskussion über ein neues europäisches Urheberrechtsgesetz hat sich Wojcicki erneut zu Wort gemeldet. In einem Blogeintrag  The Potential Unintended Consequences of Article 13 warnt die Managerin vor dramatischen Konsequenzen für die Nutzer in der Europäischen Union. Im schlimmsten Fall müssten bestimmte Inhalte für die Nutzer in Europa sperren. Es heißt im Artikel bei Horizont: „Wojcicki plädiert stattdessen für eine intensive Zusammenarbeit mit den Rechteinhabern, umfassendere Lizenzvereinbarungen und intelligente Rechteverwaltungstechnologien wie das Programm Content ID. Youtube wickelt über das Programm eigenen Angaben zufolge 98 Prozent seines Copyright-Managements ab.“  Youtube-Chefin warnt EU vor dramatischen Konsequenzen für Nutzer in Europa


Golem
: Youtube droht Europäern mit verschärftem Geoblocking


Frankfurter Allgemeine Zeitung
, ein ausführlicher Artikel von Corinna Budras und Jan Hauser: So wiegelt Youtube die Kinder auf

Daraus zwei interessante Auszüge:
Zu den Verfechtern der Reform zählen die Konkurrenten von Youtube aus der Medienbranche, die sich von der derzeitigen Rechtslage benachteiligt fühlen. So klagt Claude Schmit, Geschäftsführer des Kinderfernsehsenders Super RTL: „Alles, was wir tun, wird streng kontrolliert, aber die können scheinbar machen, was sie wollen.“ Für Super RTL ist Youtube ein Konkurrent um Werbeeinnahmen und gleichzeitig ein Partner, auf dessen Portal der Privatsender auch Videos verbreitet. Dass Youtube selbst sich nicht als Veranstalter des Programms sieht und sich damit auch nicht für verantwortlich für die Urheberrechtsverletzungen fühlt, hält Schmit für eine Farce. „Ich sage denen, Freunde, das ist doch nicht euer Ernst“, sagt er. „Ihr habt Youtube Kids, das wird kuratiert, also seid ihr genauso Veranstalter wie wir.“

Die Empörungswelle, die gerade durch Youtube schwappt, kostet den Konzern keinen Cent, im Gegenteil: Die Videos der Stars, die um ihre Zukunft bangen, liegen voll im Trend und werden hunderttausendfach angeklickt. Das wiederum bringt Werbeeinnahmen, an denen Youtube und die Videomacher kräftig verdienen. Mögen LeFloid, Rayfox, Luca und Rebekah Wing in ihren Clips noch so verzweifelt wirken, ihre Kanäle werden so schnell nicht verschwinden – und schon gar nicht wegen der EU.

(Alle frei zugänglich)

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