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Presseschau

#MeToo: Wedel, WDR

16. August 2018
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„Der Umgang des Fernsehsystems mit #MeToo ist fragwürdig und taugt für #TvToo“, kommentiert Joachim Huber im Tagesspiegel die Veröffentlichung des Sat.1-Untersuchungsbericht zur Causa Dieter Wedel. Sat1 mache vor, wie auch die anderen deutschen Fernsehsender damit umgehen: „Der Untersuchungsfokus wird ganz klein gestellt, indem nur Produktionen von und mit Dieter Wedel auf missbräuchliches, wenn nicht strafbares Verhalten untersucht werden.“ Die Sender wollten den Eindruck schinden, „mit welchem Anstand zwischen den Geschlechtern gearbeitet, mit welchem Respekt die Hierarchie von oben nach unten gehandelt hat, mit welcher Feinfühligkeit künstlerische Konflikte ausdiskutiert wurden.“ Die Tragödie, auch für die betroffenen Frauen, werde zur Farce, „#Metoo und das deutsche Fernsehen, das ist die gewollte Verwechslung von systemischer Aufklärung mit individueller Säuberung“ – #MeToo wird #TvToo (frei zugänglich)

Mit den Belästigungsvorwürfen beim WDR und den Folgen befasst sich Thomas Gehringer bei epd Medien. Selbst Frauen, die keinesfalls die Glaubwürdigkeit der Kolleginnen, die die Vorwürfe erhoben hatten, infrage stellen wollen, hielten die These vom „Bauernopfer“ Henke für stichhaltig. Die Rede sei von „Aktionismus“, der insbesondere den Job des „angeschlagenen“ Jörg Schönenborn retten solle. Auch werde die Kluft zwischen Führungsetage und Mitarbeitern größer beschrieben, als es Intendant Buhrow wahrhaben wolle. Insider sprächen von einer „wachsenden Distanz zwischen Führung und Beschäftigten in den vergangenen Jahren“. Die „Über-Hierarchisierung“ sei ineffizient, begünstige Kungelei und Bündniswirtschaft, es herrsche Misstrauen, ein „stark hierarchisches, vertikales Klima“ und überhaupt eine „unkommunikative Stimmung“ – Krise der Macht (frei zugänglich)

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