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Presseschau

Seitenblick Radio: Interview mit Deutschlandradio-Chef

2. Oktober 2019
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Im Interview mit der FAZ betont Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue den Integrationsauftrag seines Senders: „Das Interessante ist, dass im Deutschlandradio-Staatsvertrag, anders als bei anderen Sendern, ein Integrationsauftrag steht. Gemeint war damit, Deutschland Ost und Deutschland West zusammenzuführen. Deswegen hat man damals einen nationalen Sender, auch gegen viele kritische Stimmen, geschaffen.“ Raue glaube zudem nicht, dass das alte Radio auf absehbare Zeit abgelöst werde. Es habe seine Berechtigung in vielen Situationen, als anspruchsvolles Begleitmedium. „Denken Sie nur ans Autofahren. Wir sind ein mobiles Volk. Wir werden im Auto auf absehbare Zeit nicht fernsehen, wir hören Radio und nutzen – hoffentlich auf erlaubte Weise – Smartphones. Als Alltagsmedium ist das Radio unschlagbar.“ In Bezug auf die AfD und das Misstrauen gegenüber dem öffentlichen Rundfunk erklärt Raue: „Es stimmt, dass die AfD Zustimmung bei Menschen findet, die sich als späte Wende-Opfer sehen. Es stimmt, dass die AfD Zulauf bekommt von Menschen, die mit der Migration und Fremden nicht umgehen können, die das nicht gelernt haben.“ Die Journalisten hätten aber viel zu spät kapiert, dass es Zuspruch auch bei Menschen in der Mittelschicht gibt. Hier müsse noch nach einer Erklärung gesucht werden. „Ich glaube, dass die AfD Ausdruck von etwas ist, sie ist Werkzeug. Sie ist ein Stück Sprache. Ich wähle, um anderen etwas damit zu sagen. Ein großes Ausrufezeichen, oder zwei oder drei. Aus diesem Grund, glaube ich, kommt man der Sache nicht so schnell mit den handelsüblichen Regeln des Diskurses und der Aufklärung bei.“

Titel: Unser Sender ist ein Kind der deutschen Einheit von Helmut Hartung auf faz.de am 01.10.2019 (nicht frei zugänglich)

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