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Update

Infoblatt 30 zu Corona: COVID-19-Arbeitsschutzstandards in der Filmproduktion

19. Mai 2020
Thema
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Geschäftsstelle Berlin
T 030 20670880
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Liebe Mitglieder,

angefügt übermitteln wir Ihnen die „SARS-CoV-2 Arbeitsschutzstandard –Empfehlungen für Filmproduktionen“ der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse BG ETEM (Köln), die auf dem generellen SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales („BMAS“) vom 16.04.2020 basieren.

Der neu geschaffene Standard der BG ETEM hat das selbstgesetzte Ziel, die Filmschaffenden bei Dreharbeiten vor einer Ansteckung zu schützen und die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. In einer Situation, in der viele konkurrierende Vorstellungen von optimaler Sicherheit am Set existieren, führen die Empfehlungen zu einer einheitlichen Grundlage, auf die sich Produktionsunternehmen und Filmschaffende verlassen können. Aufgrund des verbindlichen Charakters dieses neuen Arbeitsschutzstandards streben wir an, die daraus resultierenden Mehrkosten vollumfänglich als Kalkulationspositionen ansetzbar zu machen und haben entsprechende Gespräche dazu aufgenommen. Weiterhin ist ein solcher behördlicher Standard für die Sicherheit am Set auch eine notwendige Voraussetzung für jegliche Variante einer Versicherung oder eines möglichen Risiko-Fondmodells, an dem wir derzeit arbeiten, mit dem Corona-Risiken bei Dreharbeiten abgesichert werden können.

Auf Initiative und in aktiver Mitarbeit der Sektionen Entertainment und Werbung hat die Produzentenallianz in Abstimmung mit den Sektionen Dokumentarfilm, Kino und TV-Fiction, so wie andere Verbände und Gruppierungen aus der Filmbranche auch, einen eigenen Leitfaden entwickelt und diesen den Mitgliedsunternehmen vorab zukommen lassen. Teile unseres Leitfadens wurden, neben Teilen aus dem Leitfaden der Initiative „Wir sind 1 Team“, von der BG ETEM in ihren Arbeitsschutzstandard übernommen, teilweise orientierte sie sich aber auch an anderen Vorbildern. Die Produzentenallianz wurde zu einem früheren Entwurf des Standards angehört. Einige, aber nicht alle Anregungen der Produzenten wurden von der BG ETEM aufgegriffen. Insbesondere unser Versuch, die BG ETEM bei der Anhörung davon zu überzeugen, dass die Quarantäne von vor der Kamera tätigen Personen bei einer ausreichenden Zahl und Frequenz von Testungen nicht erforderlich sei, weil sie ein vergleichbares Sicherheitsniveau biete, und die Quarantäne die Filmbranche, z.B. bei Nebendarsteller*innen, vor große und schwierige künstlerische, logistische und finanzielle Probleme stellen würde, war nicht erfolgreich. Das Ministerium und die BG ETEM argumentierte, dass sie die Filmbranche aus rechtlichen Gründen nicht grundsätzlich anders behandeln dürfe als andere Branchen wie z.B. die Deutsche Fußball Liga.

Diese branchenspezifische Handlungshilfe der BG ETEM basiert auf dem aktuellen, mit dem Robert Koch Institut rückgekoppelten Stand der Erkenntnisse zur Pandemie und unterliegt einem dynamischen Erkenntnisprozess, auf den wir weiter einwirken können und werden. Dazu stehen wir auch mit unseren Mitgliedsunternehmen in einem kontinuierlichen Dialog.

Der „SARS-CoV-2 Arbeitsschutzstandard – Empfehlungen für Filmproduktionen“ ist ein komplexes und nicht immer leicht verständliches Werk. Nachdem die Mitgliedsunternehmen sich mit dem neuen Standard vertraut gemacht und Fragen dazu gesammelt haben, werden wir kurzfristig am Montag, den 25.05.2020zwei Videokonferenzen für „Fragen und Antworten“ anbieten: eine für den Bereich Fiction und eine für den Bereich Non-Fiction. Die „Einladungen und Anmeldebögen“ mit den genauen Uhrzeiten werden zeitnah per E-Mail verschickt werden. Für dringende und kurzfristige Fragen steht außerdem unsere Corona-Hotline zur Verfügung. Fragen, die unsere Expert*innen nicht beantworten können, werden wir, soweit uns dies möglich ist, zügig mit den Verantwortlichen der BG ETEM zu klären versuchen.

Mit herzlichen Grüßen,

Dr. Christoph Palmer
Geschäftsführer

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