14.06.2018

Medienpolitiker Brosda: Länderkonsenz bei der Verlängerung der Verweildauern, aber „private Streaming-Anbieter und Produzenten .. dürfen dadurch nicht an den Rand gedrückt werden“

ARD und ZDF sollen reformiert werden, doch sie verweigern Sparmaßnahmen und strukturelle Neuerungen. Jetzt sagt Hamburgs Kultursenator Brosda: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss ganz neu gedacht werden. Ein Interview von Christian Buß im Spiegel
Auf die Frage, ob mehr Gestaltungsraum für ARD und ZDF bei den Mediatheken erforderlich sei, um teure Serien wie "Bad Banks" optimal auszuspielen, somit eine längere Verweildauer notwendig sei antwortet Brosda: „Das ist richtig. In dem Punkt geht es allerdings nicht um die Neubeauftragung von ARD oder ZDF, sondern um die Neufassung des Telemedienauftrags des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Rundfunkstaatsvertrag. Zwei Bereiche, die aber in der Tat eng miteinander zusammenhängen. Da haben wir im Länderkreis eigentlich schon Konsens darüber, die Verweildauer zu verlängern und gleichzeitig darauf zu achten, dass private Streaming-Anbieter und Produzenten dadurch nicht an den Rand gedrückt werden.“ "So viel Geldverschwendung hält kein System aus"


VAUNET Forderung nach einem „umfassenden Interessenausgleich zum Telemedienauftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten“

Hans Demmel, Vorstandsvorsitzender von VAUNET - Verband Privater Medien fordert einen umfassenden Interessenausgleich zum Telemedienauftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Finanzen.net: "Durch eine Ausweitung des Telemedienauftrags sei auch dieser Markt massiv betroffen. Hier gelte es insbesondere zu verhindern, dass ARD und ZDF zukünftig massentaugliche europäische Lizenzware zum Abruf für 30 Tage einkaufen, um ihre Mediatheken kommerziell attraktiv zu machen. Aus Sicht der Privaten sei dies eine reale Bedrohung, die den Wettbewerb in dem noch jungen OTT- und VoD-Markt und die hier entwickelten Geschäftsmodelle in Frage stellen." Eine ähnliche Einschätzung hatten bereits Vertreter der Filmwirtschaft sowie der Verband der Filmverleiher(VdF) vertreten. Reales Bedrohungsszeneario

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taz: Tabea Rößner, Medienexpertin der Grünen: Reformvorschlag ist ein Ablenkungsmanöver
Einige Bundesländer wollen den Rundfunkbeitrag an die Inflation koppeln. Tabea Rößner, Medienexpertin der Grünen, findet den Vorschlag falsch. Rößner sieht in diesem Vorschlag aus der Rundfunkkommission der Länder ein Ablenkungsmanöver. Anstatt die Diskussion über die Zukunft des Rundfunks politisch zu führen, drückten sich die Länder. „Die Länder scheuen die Debatte über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und geben damit ihre Verantwortung ab“ Innovativ oder fatal?

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Frankfurter Allgemeine Zeitung: Sechs Bundesländer schlagen vor, dass der Rundfunkbeitrag künftig automatisch steigt, jeweils um die Inflationsrate. Den Sendern scheint das zu wenig zu sein. Ist es für die Beitragszahler nicht zu viel? Michael Hanfeld: Inflation ist machbar, Herr Nachbar

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