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Presseschau

Josef Reidinger Erlössituation im Kino nicht rosig / Filmförderung teilweise absurd / Internationale Großproduktionen sind „Motor“ für florierende Filmindustrie

22. November 2018
Thema
Sektion

Kino

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Josef Reidinger, Geschäftsführer von ARRI Media und VTFF-Vorstand bei Blickpunkt:Film: „Produktionen stehen in Deutschland generell unter einem enormen Preisdruck, sind im Grunde unterkapitalisiert – und natürlich wird der Druck weitergegeben, weswegen für die Dienstleister kaum etwas übrig bleibt. Und dass, obwohl die Latte technisch immer höher gelegt wird.“ Die zu erbringende Vorleistung sei für Produzenten „exorbitant“ und am Ende würde nur wenig dabei herauskommen: „Viele bekommen ein bisschen Förderung, aber kaum ein Projekt wird ausreichend ausgestattet.“ Reidinger fragt sich, wie man aktuelle Entwicklungen wie, „dass Verleiher aufgrund schlechter Kinobesucherzahlen Beteiligungen an Projekten reduzieren“ und auch das Engagement der Sender zurückgefahren werde und der Rückgang des „physische Home-Entertainment-Markt“ kompensiert werden könne.

Zur Filmförderung sagt er, dass selbst „signifikante Schritte wie der DFFF II am Ende Flickwerk in einem problembehafteten System“ seien. Im Bereich von VFX-Leistungen für deutsche Produktionen sieht er es kritisch, dass VFX-Arbeiten z.B. in Belgien gemacht würden „weil er hierzulande alle Mittel ausgeschöpft hat und nur über die dortige, sehr generöse Förderung in der Lage ist, die entsprechende Dienstleistung aus seinem Budget darzustellen.“ Daher fordert er „größere Flexibilität zu schaffen, das veraltete System aufzubrechen, um so zu einer praxisnahen Förderung zu kommen.“

Nachhaltige Filmförderung: Für Reidinger würden „sämtliche Instrumente hierzulande einer doppelköpfigen Betrachtung der Förderung im Verhältnis zwischen Kultur und Wirtschaft“ unterliegen. Die Filmwirtschaft würde nicht – wie in anderen Ländern – „klar als ein überproportional stark wachsender Wirtschaftszweig“ gesehen, was ein nachhaltiger Ansatz wäre.
Am Beispiel des UK Tax Relief würde man von Anfang an ganz konkret ausrechnen, was man bekommt. Reidinger sieht das als Vorteil: „Das ist einfach, planbar, zuverlässig.“ Das hiesige System mit unterschiedlichen Fördertöpfen sei im Gegenzu „schlicht zu kompliziert“. Der VTFF, der seit 2014 eine „kooperative Zusammenarbeit“ mit der Produzentenallianz pflegt betont dass die Dienstleister sich als „kreativen und innovativen Bestandteil einer Branche“ sehen, die „auf Augenhöhe miteinander“ spricht. „Derartige Gemeinsamkeiten haben wir in der Zusammenarbeit mit der Allianz bereits identifiziert. Ziel muss der sprichwörtliche „gemeinsame Strang“ sein, deshalb wollen wir die Partnerschaft künftig noch intensivieren. Das gilt übrigens nicht nur für die Allianz, auch mit anderen Verbänden wie dem VDFP würden wir gerne engere Verbindungen knüpfen.“

Insgesamt zeige die Mitgliederentwicklung des VTFF, „dass die Dienstleisterbranche in Deutschland enger zusammenrückt.“ Man müsse Dinge grundlegend gemeinsam angehen.  Das ganze Interview direkt hier: „Es spitzt sich einfach zu“

(nicht frei zugänglich)

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