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Home Entertainment: VoD auf dem Vormarsch?

1. September 2010
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Apple werde die neue Generation seiner „bislang unpopulären Set-Top-Box Apple TV“ offenbar mit Kinofilmen des US-Videoverleihers Netflix bestücken, schreibt Florian Treiß beim Branchen-Informationsdienst turi2. Netflix sei einst als DVD-Versender im Internet gestartet, streame die Filme aber mittlerweile auch sehr erfolgreich ins Netz. 61 Prozent der 15 Mio Abonnenten klickten lieber auf Filme zum Direktansehen, als einen Tag auf Post zu warten. Zusätzlich zum Netflix-Angebot habe Apple offenbar die Fernsehsender dazu bewegen können, die Preise für TV-Serien auf 99 Cent je Folge zu senken: Steve Jobs will Apple TV mit Netflix ausstatten (frei zugänglich).

Dieser Schritt käme nicht unerwartet, heißt es bei VideoMarkt. Seit kurzem sei das Streamingangebot der größten US-Onlinevideothek mit einer App auch auf iPad, iPhone und iPod Touch vertreten: Apple TV mit Netflix-App?

Der Kampf um die Vormachtstellung im Internet-TV sei voll entbrannt, berichtet Heise online. Nach Informationen des Wall Street Journal wolle nun auch Amazon mitmischen. Der weltgrößte Online-Händler stehe in Verhandlungen mit mehreren Medienkonzernen, um Fernsehshows, Filme und Serien online auf Sendung bringen zu können: Amazon arbeitet an eigenem Internet-TV (frei zugänglich)

Zum Artikel auf den Seiten des Wall Street Journals: Amazon Grabs the TV Remote (frei zugänglich)

Das Videoportal Youtube verhandele mit Hollywood-Studios über einen weltweiten gebührenpflichtigen Videodienst, berichteten die Financial Times Deutschland bereits am 30. August. Das Angebot solle noch vor Ende 2010 an den Start gehen. Mit einem solchen Dienst, der gegen Gebühr Film- und Fernsehinhalte zur Verfügung stellt, werde Google dann direkt mit Apple um die Vorherrschaft beim digitalen Vertrieb von Filminhalten konkurrieren: Google macht Youtube zum Spielfilmportal (frei zugänglich)

Den Kinos selbst wolle man dabei offensichtlich keine Konkurrenz machen, dafür aber den Videotheken, schreibt Kai Biermann in der Zeit. Die Filme sollen zeitgleich mit dem Erscheinen als DVD zugänglich sein, was „eine alte Sorge der Filmstudios“ sei. Sie fürchteten, dass ein wichtiger Teil ihres Geschäftes wegbricht, wenn ihre Filme im Netz zu sehen sind. Inzwischen aber seien die Filme über Streamingangebote wie Netflix dort trotzdem zu sehen. Die DVD-Verkäufe sänken daher kontinuierlich, weshalb die Studios nun nach neuen Einnahmequellen suchen. Angesichts der schieren Größe von Videoanbietern wie YouTube, Amazon oder Apples iTunes erscheine das „reichlich spät“. Offensichtlich habe es die Filmindustrie ebenso wie die Musikbranche versäumt, eigene Angebote aufzubauen: YouTube wird zum Internetkino (frei zugänglich)

Noch wisse niemand, ob VoD mögliche Verluste aus dem Wegbrechen des DVD-Marktes ausgleichen kann, da niemand abschätzen könne, ob das Piraterie-Problem in den Griff zu bekommen ist, heißt es dazu im BFV-Newsletter 7-8/2010. In Südkorea sei der DVD-Markt bereits „völlig zusammen gebrochen. Das hat uns Filmemacher in eine tragische Situation gestützt, denn die Filme werden illegal aus dem Netz runter geladen“, wird der Regisseur Joon-ho Bong („The Mother“) zitiert. Und Martin Moszkowicz, Vorstand Film und Fernsehen der Constantin und Vorsitzender der Europäischen Produzentenvereinigung, sehe das „auch auf den alten Kontinent zukommen. Wenn 70% eines Landes mit Breitbandanschlüssen versorgt seien, könne der DVD-Markt zusammenbrechen. Spanien stehe kurz vor dieser Schallmauer“: Home-Entertainment vor dem Umbruch – onlinefilm.org mit mehr als 1000 Titel (frei zugänglich)

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