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Presseschau

Allianz aus Filmschaffenden fordert Reform der Berlinale

24. November 2017
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Die Erklärung umfasse nur fünf Sätze, schreibt n Hannah Pilarczyk im Spiegel, doch die Worte, mit denen sich jetzt 79 Regisseurinnen und Regisseure an die Öffentlichkeit wenden, um auf eine Neuausrichtung der Berlinale zu drängen, dürften noch lange für Nachhall in der deutschen Filmbranche sorgen.

Die Erklärung:
"Die Berlinale ist eines der drei führenden Filmfestivals weltweit. Die Neubesetzung der Leitung bietet die Chance, das Festival programmatisch zu erneuern und zu entschlacken. Wir schlagen vor, eine internationale, zu gleichen Teilen mit Frauen und Männern besetzte Findungskommission einzusetzen, die auch über die grundlegende Ausrichtung des Festivals nachdenkt. Ziel muss es sein, eine herausragende kuratorische Persönlichkeit zu finden, die für das Kino brennt, weltweit bestens vernetzt und in der Lage ist, das Festival auf Augenhöhe mit Cannes und Venedig in die Zukunft zu führen. Wir wünschen uns ein transparentes Verfahren und einen Neuanfang."

Unterzeichner der Erklärung sind laut dem Spiegelbericht:
Maren Ade, Fatih Akin, Irene von Alberti, Thomas Arslan, Anne Zohra Berrached, Bettina Böhler, Hermann Bohlen, Jan Bonny, Jutta Brückner, Dietrich Brüggemann, Florian Cossen, Ebbo Demant, Doris Dörrie, Andreas Dresen, Maximilian Erlenwein, Katrin Gebbe, Stephan Geene, Hans W. Geißendörfer, Almut Getto, Ulrich Gerhardt, Hans-Dieter Grabe, Dominik Graf, Valeska Grisebach, Henk Handloegten, Thomas Heise, Sonja Heiss, Benjamin Heisenberg, Christoph Hochhäusler, Barbara Junge, Winfried Junge, RP Kahl, Fred Kelemen, Barbara Klemm, Ulrich Köhler, Nicolette Krebitz, Lars Kraume, Michael Krummenacher, Jakob Lass, Tom Lass, Aron Lehmann, Caroline Link, Max Linz, Pia Marais, Jeanine Meerapfel, Elfi Mikesch, Franz Müller, Peter Nestler, Asli Özge, Christian Petzold, Hans Helmut Prinzler, Lola Randl, Axel Ranisch, Edgar Reitz, Michael Ruetz, Helke Sander, Thomas Schadt, Sebastian Schipper, Volker Schlöndorff, Hans-Christian Schmid, Jan Schomburg, Maria Schrader, Robert Schwentke, Christian Schwochow, Jan Soldat, Hans Steinbichler, Oliver Sturm, Isabel ŠSuba, Sven Taddicken, Tamara Trampe, Georg Stefan Troller, Simon Verhoeven, Achim von Borries, Julia von Heinz, Rosa von Praunheim, Margarethe von Trotta, Nicolas Wackerbarth, Christian Wagner, Henner Winckler, David Wnendt
Zum einen ziehen die Filmschaffenden eine klägliche Bilanz der Ära Dieter Kosslick, dessen Vertrag 2019 ausläuft; zum anderen plädieren sie für ein völlig neues Verfahren, um den Nachfolger oder die Nachfolgerin für den noch amtierenden Berlinale-Chef zu finden. Müsste man die Erklärung in fünf Worten zusammenfassen, wären es diese hier: So darf es nicht weitergehen. Die Erklärung sei aber auch ein Misstrauensvotum gegen Kirsten Niehuus, die Chefin des Medienboard Berlin-Brandenburg, so die Autorin: "Ob Grütters dieses kaum verschleierte Misstrauensvotum gegen Niehuus ignorieren kann?"
79 Regisseurinnen und Regisseure, darunter Maren Ade, Dominik Graf und Margarethe von Trotta, fordern in einer gemeinsamen Erklärung einen grundlegenden Neuanfang bei der Berlinale. Ein Name fehlt merklich. Filmemacher wollen Berlinale revolutionieren

Zukunft der Berlinale / Nachfolgesuche
Das Problem an der Berlinale sei nicht die Anzahl der Filme, sondern die Indifferenz, mit der sie präsentiert werden, schreibt Lucas Foerster auf perlendtaucher.de. Es wäre schön, wenn das Festival mit dem Abgang von Dieter Kosslick 2019 wirklich die Chance für einen Neuanfang nutzen würde statt ihre diskursfeindliche Betriebsamkeit weiter zu pflegen. Die Berlinale muss wieder Experimentierfeld werden

Berlinale auf Leitungssuche: Chance auf eine wirkliche Erneuerung?
Matthias Dell schreibt im Freitag 47/2017 über die Nachfolge von Dieter Kosslick. Roter Teppich den Ideen


Pro Quote Regie – Zahlen zu Festivals
Am Rande der Berlinale 2017 diskutierte der Verband Pro Quote Regie die Frauenquote in der Industrie und korrigierte nach eingehender Recherche die von Festivalleiter Dieter Kosslick postulierten insgesamt 42% im Programm auf 31,3 %. Beim Festival Around the World in 14 Films waren über ein Drittel der Filme im Programm von Regisseurinnen. 14 Films: Das Ohr am Puls der Zeit

(Alle frei zugänglich)

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