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Presseschau

Johannes Kreile: Bessere Abgeltung der Mediathekenrechte und eine andere Rechteverteilung als bisher in den Standardverträgen mit ARD und ZDF

19. Juni 2018
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Es gäbe immer zwei Sichtweisen, betont Prof. Dr. Johannes Kreile, Medienrechtler und Leiter der Sektion Fernsehen der Produzentenallianz zur Debatte um den neuen Telemedienauftrag: Die des Zuschauers und die der Hersteller von Film—und Fernsehproduktionen. Gerade bei dem Thema Regelung für die Lizenzproduktionen sagt er: „Und die Ministerpräsidenten haben nun beschlossen, dass sie für europäische Kino- und Lizenzproduktionen eine 30-Tage-Regelung vorsehen. Bisher war dort eine 7-Tage-Regelung vorgesehen. Wohingegen für die ausländischen, amerikanischen, Nicht-EU-Produktionen das Verbot des Einstellens in die Mediatheken nach wie vor erhalten bleibt. Das ist nicht so ganz einfach nachzuvollziehen, warum europäische Lizenzware anders behandelt werden soll wie amerikanische Lizenzware. Und das bedeutet zunächst mal eine Schlechterstellung der europäischen Produktionen, wenn nicht gleichzeitig ein finanzieller Ausgleich geschaffen wird.“

Auf die Frage, ob sich denn europäische und deutsche Serien und Filme überhaupt automatisch auf dem freien Markt verkaufen lassen, äußert Kreile: „Wenn Sie Produktionen wie Bad Banks oder Weißensee nehmen, dann sind das Highlights der deutschen Serie. Wenn Sie Kudamm 58 nehmen, sehen Sie, dass die Deutschen eine ganz hervorragende Qualität bieten. Und Produktionen werden von deutschen Produzenten zwischenzeitlich bei Netflix in Auftrag gegeben, ebenso von Amazon Prime in Auftrag gegeben. Das deutsche Fernsehgut kommt gut an und kann sich im internationalen Markt behaupten.“

Entscheidend sei bei der Debatte auch das Stichwort der „Mitfinanzierung“ von Serien und vor allem Dokumentarfilmen, denn gerade bei den letzteren sei es erforderlich, dass bei einer nicht vollständigen Finanzierung durch die Sender eben die „Chance für eine kommerzielle Verwertung außerhalb des Senderauftrags“ vorhanden sein müsse.

Kreile betont im Gespräch mit Daniel Ronel, dass er die politische Entscheidung „sportlich“ nehmen würde. Er ist fest davon überzeugt, dass „in Evaluierungsprozessen über Verbesserungen der Produktionswirtschaft“ verhandelt werden könne. Kreile weiter: „Das betrifft zum einen eine bessere Abgeltung der Mediathekenrechte, das betrifft aber zum Zweiten auch, und darauf weisen die Ministerpräsidenten hin, eine andere Rechteverteilung, als die bisher in den Standardverträgen mit ARD und ZDF vorgesehen sind.“

Ein Online-Beitrag im BR MedienMagazin vom 17.06.2018: LINK (ab ca. Min. 5:56 bis ca. Min. 10:35)

(frei zugänglich/ Hinweis: Zitate aus eigener Transkription)

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