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Presseschau

Im Interview Dr. Christoph Palmer: Die Produzenten erwarten vor allem „die Begrenzung der Verweilzeiten“ in den öffentlich-rechtlichen Mediatheken..

30. Januar 2018
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..dies sei auch der Grund, warum die Bundesländer ARD und ZDF den „Verhandlungsauftrag“ mit den Produzenten auf den Weg gegeben hätten. Es gelte nun „mit ARD und ZDF Gemeinsamkeiten“ auszuloten. Dies gelte insbesondere bei teilfinanzierten Produktionen, da diese durch eine Bereitstellung in den Mediatheken „in ihren kommerziellen Verwertungsmöglichkeiten im Video-on-Demand Bereich“ begrenzt würden. Gerade die Haltung des ZDF würde die Produzentenallianz für unzureichend halten, denn bei teilfinanzierten Produktionen mit dem ZDF gelte dessen Standpunkt, dass diese „individualvertragliche Regelungen“ zu vereinbaren hätten mit den Produktionshäusern. Während bei der ARD „im Rahmen des innovativen Schichtenmodells“ bereits eine Konkretisierung im Hinblick auf einen Mediatheken-Nutzungsausgleich intensiv in der Bearbeitung sei.

Zu der Debatte um weiteres Einsparpotential bei den Rundfunkanstalten äußert Dr. Christoph Palmer, Geschäftsführer des Verbands Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen e.V., dass Kürzungen im Programm „kurzsichtig und kontraproduktiv“ wären“ und er betont weiter: „Nachlassende Programmqualität würden den Gegnern des öffentlich-rechtlichen Systems erst recht Auftrieb geben.“ Eine Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Systems rechtfertige sich doch gerade aus einer „Kompetenz für ein ausgewogenes, abwechslungsreiches, plurales, informatives und aktuelles Programm.“

Zu den Ideen des HDF-Kino um den Aufbau einer kinoeigenen VoD-Plattform für die Zweitverwertung von Kinofilmen bedenkt er im Interview, dass zum einen, dass dieses interessante Projekt eine enorme rechtliche und wirtschaftliche Herausforderung wäre, vor allem da sich die Produzenten fragen würden „wie sehr eine solche Kino nahe Zweitverwertung die Werthaltigkeit sonstiger Verwertungsmöglichkeiten und damit die Möglichkeit zur Refinanzierung der Produktionskosten beeinträchtigen würde.“ Weiterhin gäbe es ja schon etablierte Plattformen, möglicherweise fände eine solche Plattform daneben nicht mehr genügend Raum.

Neben weiteren Fragen äußert Palmer noch den Wunsch an die Politik und setzt Frankreich als Benchmark mit ca. Eener Milliarde Euro Ausgaben für die Filmförderung – aus gut investierten Steuermitteln. In 2018 betrage die Filmförderung in Deutschland knapp 400 Millionen Euro. Da wäre noch „Luft nach oben“

pro media 2/2018, S. 6-8 (print)

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